Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber die ſogenannte mathematiſche Geographie. | 161 
die Mittagshöhe der Sonne und, was damit eng verbunden iſt, 
die Tagesdauer in den verſchiedenen Zeiten des Jahres ab. Es 
ſind vier jährli<e Hauptſtände der Sonne, welche bei 
uns die vier Jahreszeiten im Sinn des Kalenders bezeich- 
nen: der niedrigſte verbunden mit dem kürzeſten Tag am 21. Dec,, 
wenn die Sonne ſenkre<ht über dem ſüdlichen Wendekreis ſteht 
(am weiteſten dem Südpol zu), die Winterſonnenwendez; 
der höchſte verbunden mit dem längſten Tag am 21. Juni, wenn 
die Sonne ſenkrec<t über dem nördlichen Wendekreis ſteht (am 
weiteſten dem Nordpol zu), die Sommerſonnenwendez; 
und zwei mittlere, verbunden mit Tag- und Nachtgleihe am 
21. März und 21, Sept. , wenn die Sonne ſenkrecht über dem 
Aequator ſteht, die Frühlings- und Herbſ|t-Nachtgleiche, 
10) Man findet die mittlere Höhe, welc<e die Sonne an 
irgend einem Ort der nördlichen Halbkugel um Mittag über 
den ſüdlichen Horizont erreicht, wenn man die geogra- 
phiſche Breite des Orts von 90 Grad abzieht; in Stuttgart 
z« B. unter 499 Breite beträgt die Mittagshöhe der Sonne am 
21. März und am 21. Sept, 90--49, d. h. 41 Grad, Die 
größte Mittagshöhe aber am 21. Juni iſt an demſelben Ort um 
233 Grad größer und die kleinſte am 21. Dec. um eben ſo viel 
kleiner als die mittlere, Auf der ſüdlichen Halbkugel würde 
man die Mittagshöhen der Sonne ebenſo finden, aber über 
dem nördlichen Horizont, Der Mitternachtsſtand der Sonne 
(unter dem Horizont) macht mit dem Mittagsſtand zuſammen 
ſtets das doppelte des mittleren Standes, z. B. in Stuttgart 
82 Gradz wenn alſo die Sonne hier Mittags 60 Grad über 
dem Horizont ſteht, ſo ſteht ſie Mitterna<ts 22 Grad unter dem 
Horizont, Der längſte und kürzeſte Tag machen zuſammen 24 
Stunden aus und dauern beziehungsweiſe ſo lang als die für- 
zeſte und längſte Nacht. 
11) Orte unter einerlei Breite haben gleichzeitig ſtets 
einerlei Sonnenſtand und einerlei Tagesdauer. Orte von ent- 
gegengeſetzter Breite (5) haben beides auc<h glei< , aber 
nicht gleichzeitig , vielmehr ſind ſie in den Jahreszeiten ſtets um 
ein halbes Jahr aus einander , oder haben entgegengeſetbte 
Jahreszeitenz d:; h. z. B. während ein Ort unter 49? nörd- 
Pädag. Vierteljahrsſ<htift, YI. 12
	        

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