Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

164 1 Abhandlungen. 
Winterſonnenwende (9) ſelbſt Mittags unter dem Horizont (die 
- niedrigſte Sonnen höhe, die es alsdann eigentlich nicht mehr 
gibt, wird nach der Regel 10 negativ), um die Zeit der Som- 
merſonnenwende aber ſelbſt Mitternachts über dem Horizont (es 
gibt eigentlich keine Mitterna<t und Mitternachts tiefe mehr), 
2) Daher iſt um beide Zeiten der 24ſtündige Wechſel von Tag 
und Nacht aufgehoben, nämlih um die Sommerſonnenwende ſo, 
daß die Sonne länger als 24 Stunden über dem Horizont bleibt, 
um die Winterſonnenwende aber ſo, daß ſie länger als 24 Stun- 
den unter dem Horizont verweilt, und dieſe Zeiten des aufe 
gehobenen Tag- und Na<t- Wechſels können Wochen, 
ja Monate betragen, nämlich um ſo mehr, je näher ein Ort 
dem Pol iſt (namentli<h 1 Monat ſchon unter 6749, 2 M. unter 
6949, 3 M, unter 723%, 4 M. unter 78 und 5 M, unter 84* 
Breite). An der Gränze, unter dem Polarkreis unterbleibt der 
Wechſel der Strenge nach einmal, ſo daß die Sonne am 21. Juni 
um Mitternacht eben bis zum Horizont ſich ſenkt, um ſogleich 
wieder zu ſteigen, dagegen am 21. Dec. um Mitternacht eben 
nur bis zum Horizont ſteigt, um ſogleich wieder zu ſinken. 
17) Die Aeußerſten finden am Aequator einerſeits und 
an den Polen andererſeits ſtatt. Dort iſt beſtändige Tag- 
und Nachtgleiche, der mittlere Mittagsſtand der Sonne im Sceitel- 
punkt, der niedrigſte 6649, der höchſte 113422, die Zeit des Mittag- 
Südſchattens dauert wie die des Nordſchattens x Jahr. Hier 
findet gar kein Tag- und Nachtwechſel mehr ſtatt; in der einen 
Hälfte des Jahrs nämlich kein Untergang, in der andern kein 
Aufgang der Sonne, der mittlere Mittagsſtand der Sonne am 
Horizont, der höchſte 234. über, der niedrigſte 234 Grad unter 
dem Horizont, der einzige Sonnenaufgang an der einen, der 
einzige Sonnenuntergang an der anderen Nachtgleiche um Mittag. 
18) Da die Sonnenſtrahlen um ſo mehr erwärmende Kraft 
haben, je weniger ihre Richtung von der ſenkrechten abweicht, 
ſo hängt die Wärme an einem Erdort eng mit ſeiner geogra- 
phiſchen Breite zuſammen , ſo daß er um ſo mehr von der Sonne 
erwärmt wird , je geringer ſeine Breite iſt. Allerdings ſind noc< 
andere Umſtände von größerem oder geringerem Einfluß auf die 
Wärmeverhältniſſe eines Orts, allein die Breite iſt der Haupt-
	        

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