Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

170 IL Bücherſchau. 
rath von Trefflichem , der noc< beſſer ausgebeutet werven konntez3 denn die 
Stücke von Elſter, Auerbacher , Fay unv Matthiſſon wären beſſer gegen noch 
mehr ſolche zurückgeſtellt. worden. Bei den hiſtoriſchen Gemälden gilt es, 
auch das Intereſſe der Schüler am Stoff zu berüſichtigen; van Ey>, Dürer, 
Louvois, Aeneas Sylvius ſprechen den Tertianer noc< nicht an. Daſſelbe 
gilt von den Aufſäßen im 5. Abſchnitt „Beſchreibungen aus Literatur und 
Kunft“, 3. B. „über das Nibelungenlied, künftige Landſchaftsmalerei , von 
deutſcher Baukunft.“ Ueber den 6. Abſchnitt wollen wir mit dem Herausg. 
nicht rechten; doch werden belehrende Betrachtungen immer einen trockenen 
Stoff zum laut Leſen abgeben, wenn nicht tiefes, lebendiges Gefühl , oder 
Wib und Laune den Leſenden anregen. Daß rein religiöſe Betrachtungen 
weggelaſſen ſind , iſt zu billigen ; aber ſtatt der pſyc<ologiſchen und vidakti- 
ſchen Stüke von Seume, Jacobs, Möſer, würde der Herausg. beſſer noch 
mehr von Luther, Jean Paul, Hebel, genommen haben, wenn er Rabener, 
Spiritus Asper , Börne u, ſ. w., d. h. die Satire nicht berüFſichtigen wollte. 
Im Ganzen kann man die Sammlung nicht gerade ſchlecht oder ganz 
verfehlt nennen; aber beſſere für dieſen Zwe ſind ſchon genug vorhanden. 
Dru und Papier ſind einfach, aber gut. 
A, R. v. O,. 
een moren omm men mnmmmmemmm nemme dm erge 
3 
Leſebuch für die Mittelclaſſen evangeliſcher Volks- 
ſ<ulen. Matth. 18, 10. (Auch unter dem Titel :) 
Leitfaden beim Neligionsunterrichte in den Mittel- 
claſjen evangeliſc<er Volksſ<uleu. Hebr. 13, 8, 
Herausgegeben von F. Chr. Brand, Sculinſpektor zu 
Clausthal. 3. Auflage. Oſterode und Goslar, Verlag der 
A. Sorge'ſ<en Buchhandlung. 1846. XY1 und 287 S. 
Preis 4 ggr., 5 Ngr, oder 17%, kr. 
Die Mehrzahl der deutſchen Lehrer dürfte ſchon den erſten Saß des 
Herausgebers nicht gelten laſſen. „Die Volksſchule ſteht mit der Kirche in 
unzertrennlicher Verbindung.“ Für ſie iſt der Standpunkt des Herausg. 
davurc<h hinlänglich bezeichnet z demſelben iſt ver Religionsunterricht noch 
Hauptzwe> und Hauptgegenſtand der ganzen Schule; nach ihm darf dieſer 
Lehrzweig noc< faſt alle Zeit für ſich in Anſpruch nehmen. Dennoch iſt der 
Herausg. kein Pietiſt; die ächten Zionswächter werden ihm nicht vergeben, 
daß er außer oder vielmehr troß dem Luther'ſchen Katechiömus noc< ein 
anderes Religions-Sc<hulbuch für nothwendig hält, no< daß er die ſchwer- 
begreiflichen Glaubenslehren unberührt läßt und dafür das rein ſittliche Ele- 
ment pflegt, noc< erſt, daß er die „glänzenden Laſter“ von Heiden und 
Türken als Beiſpiele in der <riftlihen Pflichtenlehre aufführt. 
Auch ſpricht die warme Religioſität und Kinderliebe des Verf. recht.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.