Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

II. Bücherſchau. 183 
vorigen) zuſammengeſeßbte Bewegungen unterſcheiden, ſondern mußte die 
zuſammengeſeßte Bewegung ſchon unter -der drehenden begreifen. A< nein, 
die Sache iſt viel einfacher: der Verf. hat den allgemeinen Begriff von 
Drehung = Richtungsänderung im Kopf gehabt und hat davon niedergeſchrie- 
ben, was ihm gerade in die Feder gefloſſen iſt, nämlich das einzelne Bei- 
ſpiel einer Drehung um einen feſten Punkt. Freilich Drehung = Richtungs- 
änderung definiren durfte der Verf. nicht, denn wenn er die Drehung durch 
die vorgefundene Vorſtellung ver Richtung erklären wollte, wie ſtände es 
alsdann um das Betwegungsprinzip ? „Der Verf. konnte aber etwas dieſer 
Art aus einer , freilich in der Antikritik nicht berührten Stelle meiner Kri- 
tik herausleſen, wo ich ſagte , wenn er die Eigenſchaften einer Raumgröße 
aus der Beobachtung der Veränderungen ableiten wolle, welche dieſelbe bei 
ihrer Bewegung erleide, ſo könne man ihm entgegenhalten , eine ſolc<e Be- 
obachtung ſeße nothwendig eine Auffaſſung und darauf gegründete Ver- 
gleichung der einzelnen Durchgangsformen voraus, die Auffaſſung einzelner 
Gebilde ſei daher immer wieder das Erſte. Doch fahren wir mit den ge- 
netiſchen Erklärungen fort, wir ſind nach den gehabten Proben äußerſt be- 
gierig, aus unſerer tiefen Unkenntniß über dieſen Gegenſtand heraus zu 
kommen. Es werden jet zwei Arten der fortſchreitenden Bewegung be- 
trachtet , nämlich: „4) Die gerade Linie bewegt ſich in ihrer eigenen Ver- 
längerung, d. h. alle ihre Punkte beſchreiben Linien, welche mit der ur» 
ſprünglich gegebenen Linie in ihrer ganzen Ausvehnung zuſammenfallen 
(für eine Erklärung ſprachlich zum mindeſten ſehr ungeſchikt gefaßt). 2) 
Die gerade Linie bewegt ſich ſo, daß alle ihre Punkte Linien von räumlich 
verſchtedener Lage beſchreiben. (Abſalz.) Um ſich von dieſer Bewegung eine 
klare Vorſtellung zu machen, (wie es ſcheint, reicht die genetiſche Erklärung 
nicht dazu hin) betrachte man die zwei (nebenan gezeichneten, einander 
ſc<neivenden) geraden Linien ab und kg als eine feſte Verbindung und 
laſſe dieſelbe ſich ſo bewegen , daß die Linie fg in ihrer eigenen Verlänge- 
rung fortläuft, die Linie ab wird alsdann, da ſie mit ver Linie fg feſt 
verbunden iſt, in allen ihren Theilen fortrüken, ohne ihre Lage zur Linie 
fg; zu verändern, Geſchieht nun dieſes-Fortrücken ſo, vaß dabei 
jede drehende Bewegung nach ver einen und der andern 
Seite ausgeſc<hloſſen bleibt, ſo ſchreitet die Linie ab auf 
der Linie fg parallel fort,“ Was find denn dies für zwei Seiten? 
ſoll vas hier zum Zwe> der Klarheit der Vorſtellung angeführte Beiſpiel 
überhaupt unter die gegenwärtige Kategorie paſſen, ſo muß alle drehende 
Bewegung ausgeſchloſſen ſein, nicht nur eine ſolche nach der einen oder der 
andern Seite --- ach freilich! = Die durch vieſe Bewegung nach- 
her erzeugte Ebene bat unſer Hr. Verf. wahrſcheinlich im Kopf dabei 
gebabt -- herrlih! Wie man doch durch einige ſo unſchuldigen Worte . 
ſeine innerſten Gedanken verrathen kann! Folgerichtig konnte der Verf. 
anſtatt „nach der einen oder der andern Seite" nur ſagen : „ſoweit ſolche 
nicht vurch die feſte Verbindung von ſelbſt ausgeſchlofſen ift.“ Wenn die 
feſte Verbindung beider Linien fortrü>t, venkt der Verf. , ſo rüdt noth-
	        

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