Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

184 Il. Bücherſchau. 
wendig auch die ganze ab mit allen ihren Punkten fort =- und wir geben 
ihm ganz Recht --3 daß nun vie ab nicht aus der (in der nächſten Erklä- 
rung zu erzeugenden) Ebene heraustritt, dafür iſt vur< „die eine und die 
andere Seite“ geſorgt, daß ſie ſich innerhalb dieſer Ebene nicht dreht, da- 
von verſichert mich die feſte Verbindung , alſo vreht ſie ſich gar nicht, und 
der Fall paßt. Doch ſagen wir, die Kritiker, weiter! Wenn auch die ab 
„bei ver angenommenen Bewegung in allen ihren Punkten fortrüken muß, 
fo iſt damit vurchaus noc< nicht geſagt, daß nicht einer ihrer Punkte in 
ihrer urſprünglichen Richtung fortrüFe, daß ſomit die Linien, in deren Lage 
die ab nach und nach tritt, die urſprüngliche ab ſchneiden, daß Parallel- 
linien ſich ſchneiden. Oder meint vielleicht der Verf., um in eine Lage 
zu kommen, in welcher ſie ihre anfängliche ſchneidet, müße die ab eine 
drehende Bewegung machen , welche jedoch ausgeſchloſſen ſei? Gewiß muß 
fie eine folHe machen , aber nur diejenige nicht, mit der uns der Verf. 
bis jet allein bekannt gemacht hat, nämlich die Drehung um einen feſten 
Punkt. Wir befinden uns hier, wie wohl bemerkt werden mag, durchaus 
noch nicht auf der eigentlich ſchlüpfrigen Gegend des Bodens der Parallelen- 
theorie, ſondern können, wenn wir nur die Vorſtellung der Richtung als 
eine vorgefundene annehmen, leicht helfen indem wir ſagen: zwei Linien 
von einerlei Richtung können ſich nicht ſchneiden , weil ſolche zwei Linien 
wenn ſie von einem Punkt ausgehen , nothwendig ganz zuſammenfallen 
müßen. Doch hören wir unſeren Verf. weiter? „l1]. Die zuſammen- 
geſeßte Bewegung. Dieſelbe iſt eine Verbindung der fortſchreitenden 
Bewegung mit ver drehenden.“ Eine ſolche Verbinvung iſt nac< der Ex- 
klärung der drehenden Bewegung ein Unſinn, ferner kommt vie Erklärung 
derſelben viel zu ſpät, weil, wenigſtens negativ, ſchon lange vom erklärten 
Dinge die Rede war. Zu der genetiſchen Methode paßt ein ſolc<es Ver- 
fahren ſehr ſchle<t. „8. 5. Läßt man eine gerade Linie ab auf einer ande- 
ren fg parallel fortſchreiten, ſo werden Linien erzeugt, welche parallel 
oder gleichlaufend (gleichgerichtet) heißen. I< dächte ſolche Linien ent- 
ſtehen auch , wenn eine Linie ab überhaupt, nicht gerade an einer anderen 
parallel fortſchreitet. Die Erklärung iſt alſo zu eng. Der Leſer vergeſſe 
nämlich nicht, daß wir immer noc< an ver Bewegung einer Geraden im 
Raume ſind. „Zugleich entſteht eine Fläche, die ebene Fläche oder Ebene 
genannt wird.“ So wäre denn dieſe Mißgeburt, vie ſchon ungeboren in 
„ver einen und anderen Seite“ geſput hat , zu Tage gekommen. Wir 
werden ſpäter merkwürdige Eigenſchaften an derſelben finden und nennen 
fie der Kürze halber nur „die Weller'ſc<he Ebene.“ Doc weiter. Benen- 
nung der ab als Grundlinie, der fg als Leitlinie. „kl. Da außer vem 
Wege , welchen die Grundlinie ab während ihrer parallelen Bewegung auf. 
der Leitlinie fg nimmt, kein zweiter Weg möglich iſt, indem jede Ab- 
weichung vom erſten Wege eine vrehende Bewegung der ab vorausſeßen 
würde , ſo folgt: 4) Eine Ebene iſt beſtimmt: a) dvurc< zwei ge- 
rade, ſich ſchneivenvde Linien.“ Erlaube der H. Verf. uns die Be- 
merkung , daß aus ſeiner genetiſchen Erklärung der Ebene durchaus nicht
	        

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