Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Entwurf einex Organiſation ver Gymnaſien 1c. 17. 
Die Zeugniſſe ſollen nicht blos allgemeine Zahlenwerke enthalten, 
ſondern, namentlich beim Tadel, eine beſtimmte Andeutung 
der Mängel. 
Daß die Maturitätsprüfung von Seiten der Gymnaſien, 
nicht der Univerſität vorgenommen werde, dafür ſpricht einmal 
die Rükſiht auf die Eltern wegen der Koſtenz dann , daß die 
Gymnaſiallehrer ihre Schüler beſſer kennen. Auch ſind ſie dann 
ein Ausweis der Gymnaſien, daß ſie die ihnen geſtellte Aufgabe 
an ihren Schülern erfüllen. Auch iſt in dieſem Falle weniger 
eine mechaniſche, blos gedächtnißmäſſige Vorbereitung zu befürchten. 
Die Aufgabe des Klaſſenlehrers iſt hauptſächlich mit ſeinen 
Kollegen im lebendigen Verkehr zu bleiben, ſowohl hinſichtlich 
des Unterrichts, als der Disciplin, ebenſo wird der Direktor 
durc< collegialiſches Zuſammenwirken am beſten für das Intereſſe 
der Anſtalt thätig ſein, 
(Beilage , die tabellariſche Ueberſiht A. S. 20. 21.) 
Referent hat bis dahin den vorliegenden Plan größtentheils 
ſelber ſprechen laſſen; nun zum Scluß einige Urtheile, 
Der Plan iſt zwar entworfen, mit Benutzung der von allen ' 
Gymnaſien eingegangenen Urtheile und Vorſchläge; darum iſt 
er aber keine Compilation von ſolchen, kein Herausnehmen des 
Beſten, was dieſe gegeben haben mögen , ſondern ein auf einem 
bewußten Princip ruhendes tief dur<da<htes Syſtem. Das- 
Princip unterſcheidet ſih dadurc< , daß die klaſſiſche Literatur, 
wenn auch dem Umfang na< das bedeutendſte Fach, doch den 
übrigen nur coordinirt und mit denſelben dem- Grundſaßve der 
allgemeinen Humanität untergeordnet iſt. Dieſes Princip hat 
nun zur Folge die Aufnahme einiger Fächer , die ſonſt im Unter- 
gymnaſium gar nicht, im Obergymnaſium nur als facultative - 
vorzukommen pflegen, die der Naturgeſchichte und Phyſik, 
Eine weitere Eigenthümlichkeit iſt, daß der Eintritt in das 
Gymnaſium erſt ſpäter geſchieht, und daß die klaſſiſche Literatur eine 
ziemlich geringere Stundenzahl erhält. In der Mathematik ſind die 
Forderungen im Unter- und Obergymnaſium höher als gewöhnlich 
geſtellt. Die Zahl der Lehrſtunden im Ganzen iſt ſehr gemäßigt. 
Das Alles ſind verſchiedene Neuerungen, aber ſolche , die 
den Forderungen der Neuzeit angemeſſen ſind und darum auc< 
Pädag. Vierteljahröſchrift, YI. 3
	        

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