Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

III, Berichte. ' 201 
Arbeit anerkennen könne, daß ſich dabei vielmehr nach dem Schluſſe der 
Commiſſionsfihungen ein fremdartiger Einfluß geltend gemacht haben müſſe, 
wie denn auch hier zu Lande ein Jeder wenn nicht weiß, doch muthmaßt, 
wem dieſer Einfluß beizumeſſen ſei. J< muß dies unt ſo mehr bemerken, 
weil, wie oben angedeutet, gerade dieſer Theil des Lehrplans am Heftig- 
ſten iſt angegriffen worden. Hr. Prof. Wac>ernagel, jebt Director in 
Elberfeld , kann dafür nicht, wenigſtens nicht in allen Theilen , verantwort- 
lim gemac<ht werden. Er aber hatte nach vem beſonderen Wunſche der 
Conferenz gerade dieſen Theil zur Bearbeitung übernommen, Jm Uebrigen 
batte der Hr. Miniſter für den Lehrplan der Mathematik, Naturwiſſenſchaft 
und deutſche Sprache die HH, Wackernagel und Kehrein, für die der 
übrigen Sprachen und Geſchichte die HH. Krebs und Firn haber beſtimmt. 
Lebterer war außerdem noc< beauftragt , die „Erläuterungen zu dem neuen 
Lehrplan“ (p. 48 -- 24) auszuarbeiten. Daß die Commiſſion in einzelnen 
Sachen ſich den Beirath Anderer möglichſt eingeholt, namentlich zu dem 
Lehrplan für die neuern Sprachen ſich die Gutachten der beiden an den 
hieſigen Gymnaſien wirkenden Fachlehrer erbeten hat, will ich gleich hier 
bemerken, um von vornherein die gewöhnlichen Tiraden, daß man dem 
Plane anſehe, daß über die franzöſiſche Sprache nur altklaſſiſche Philologen 
zu Gerichte geſeſſen, in ihrer ganzen Blöße darzuſtellen. Es ift freilich in 
gegenwärtiger Zeit an gewiſſen Orten zur Verdammung eines Lehrplans 
für neuere Sprachen genügend , die Anklage zu erheben, er ſei von ſo- 
genannten Philologen entworfen. Gleichwohl ſcheut man ſich im Lager der 
modernen Philologie keineswegs überall , über alle Bedürfniſſe des klaſſi- 
ſchen Gymnafialunterrichts friſchweg abzuurtheilen. 
Wir laſſen nun ven Lehrplan folgen. Mögen kundige Leſer entſcheiden, 
ob er zu denen gehöre, von welchen Mager genet. Mathematik p. 234 ſagt, 
daß bei Leſung derſelben den Sachkundigen die Haare zu Berge ftehen. 
Denjenigen , die immer klüger ſind denn andere Leute und alles weit beſſer 
zu verſtehen meinen, „die immer eilf Kegel treffen und auf einen Wurf 
umſchießen wollen , da ihrer nur neun auf dem Boſſeleich ſtehen“ wie Luther 
ſagt , macht es kein Menſch recht, das liegt in der Natur der Sache.
	        

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