Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

III, Berichte. 205 
Erläuternder Zuſaß. 
Zum Leſen und Erklären dürften ſich am beſten eignen : ſchwerere Bal- 
laden, größere Bruchſtücke aus epiſchen Erzeugniſſen , Lieder, Elegien, leich- 
tere divaktiſche Gedichte und proſaiſche Stücke , als : Briefe , Beſchreibungen 
Schilderungen , leichtere Abhandlungen und Reden. Neben der eigentlichen 
Declamation , die noch fortgeübt und wobei die äußere Haltung und Action 
beachtet wird, gewinnt der freie Vortrag von jeht an durch alle Claſſen 
immer mehr Raum. Jnuhaltsangabe geleſener Stü>ke , freies Wiedergeben 
hiftoriſcher Scilverungen und Beſchreibungen, kürzerer Reden , mündliche 
Erklärung leichterer Gedichte und Proſaſtüke u. ſ. w. dürften beſonders 
zu empfehlen ſein. In den Kreis der ſchriftlichen Aufgaben mögen Ge- 
ſchäftsaufſäße , leichtere Abhandlungen, nach vorausgegangener Beſprechung 
des Stoffes und deſſen Anordnung (praktiſche Styliſtik), Erläuterungen von 
Gedichten und Profaſtüken gezogen werden. Metriſche Uebungen , zunächſt 
Umarbeitung proſaiſcher Fabeln, möchten von nun an nüßlich, wenn auch 
gerade nicht nothwendig ſein, 
Zweiter Curſus, 
I. Claſſe. 
(4 Stunden, 2 für Grammatik, 2 für mündliche und ſchriftliche Uebungen.) 
Es wird eine tüchtige allgemeine grammatiſche Vorbereitung voraus- 
geſeßbt und daran fpecielle deutſche Grammatik (Laut -, Wort- und Saß- 
lehre) angereiht. Die zwei übrigen Stunden werden dem Leſen und Er- 
klären, den Uebungen im mündlichen und ſchriftlichen Vortrage gewidmet. 
Das Wichtigſte aus der Rhetorik wirv gelegentlich bei ven mündlichen und 
ſchriftlichen Uebungen beachtet. 
Erläuternder Zuſaß. 
Da ohne beſtändige Rückſicht auf ven früheren Stand uuſerer Sprache 
das Neuhochdeutſche in ſeiner Weſenheit nicht verſtanden werden kann , ſo 
muß ſchon darum auf die frühere Sprache, namentlich die alt- und mittel- 
hochdeutſche , der Bli> gerichtet werden. Eine weitere , 'ja beſondere Kennt- 
niß des Mittelhochdeutſchen erfordert noc< das Verſtändniß der reichen Lite- 
ratur jener Periode. 
Die Erklärung betrachtet, neben dem früher Berüſichtigten , nun auch 
allmählig die äſthetiſche Seite , jevo< hier noc< weniger, als in den fol- 
genden Claſſen. Leichtere Erzeugniſſe der epiſchen Poeſie, didaktiſche uns 
lyriſche Gedichte , ferner proſaiſche Stü>e , als: Briefe, Schilderungen, 
leichtere Abhandlungen und Reden, dürften ſich beſonders zum Leſen. und 
Erklären eignen. 
In Bezug auf die ſchriftlichen Aufgaben und den mündlichen Vortrag 
gilt vas bei Claſſe IV Geſagte. : 
Dazu verſuche man noc< das freie Wiedergeben geleſener Dialoge, 
ſowie vas Ausführen von kleineren Reden und Abhandlungen. '
	        

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