Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

18 .. 1, Abhandlungen. - 
Hoffnung auf Erfüllung gewähren. Uebrigens iſt die Aufgabe 
eine große3 und wenn ſie nicht blos auf dem Papier bleiben, 
ſondern ins Leben treten ſoll, ſo dürften die öſtreichiſhen Gym- 
naſien nicht an Ueberfüllung leiden, und von der Beſtimmung 
der Ausſchließung im Falle wiederholten NichtvorrüFens häufig 
Gebrauch gemacht werden. Ignavum futos pecus a praesepibus 
arcent. Dafür iſt den Lehrern dur< eine Vermehrung ihrer An- 
zahl eine Erleichterung in der Stundenzahl gegeben, die dann 
dem intenſiven Fleiß zu Gute kommen kann, Die Lehrer ſtehen 
allerdings unter ſirenger Controle, und iſt des amtlichen Schreibens 
nicht wenig z do< iſt überall der Beweis gegeben, daß die Ge- 
ſchäfte um ſo weniger Zeit erfordern , je regelmäßiger ſie ver- 
theilt werden und den Pulsſ<hlag der ganzen amtlichen Thätig- 
keit, nicht blos ein bureaucratiſches Tabellenweſen ausmacen. 
Und iſt es denn nicht beſſer, wenn die Thätigkeit eines Lehrers 
jederzeit klar und offen am Tage liegt, als wenn man auf Biſi- 
tationen, die alle paar Jahre wiederkehren und ſehr ſummariſch 
vorgenommen werden, ſcheinbar ein Urtheil gründet, das do< irgend- 
wie aus einer andern mehr oder weniger trüben Quelle geſchöpft iſt? 
Wenn die Inſtructionen für die Methode der einzelnen Unter- 
rihtsfä<her ſehr ins Einzelne gehen, ſo kann dies natürlich nicht 
ſo verſtanden werden, wie etwa einem Exerciermeiſter die ver- 
ſchiedenen Abſtufungen, na; denen er die Handgriffe machen 
laſſen muß , vorgeſchrieben ſind , ſondern überall gilt das granum 
zalis und die Individualität des Lehrers, Aber auch für den, 
der in ſeinen Anſichten von der Methode abweicht, enthält die 
vorliegende gründliche AusSseinanderſezung manchen brauchbaren 
Wink. Auf jeden Fall iſt ſie nicht das Werk eines aus vorge- 
faßten Principien heraus conſtruirenden Stubengelehrten, ſondern 
eines practiſch gebildeten erfahrenen Shulmanns, 
Möge das Gedeihen des jungen Baumes nicht dur< poli- 
tiſ<e Stürme verfümmert werden ; dann ſind erfreuliche Früchte 
zu hoffen ! 
II. Plan der Realſchulen. 
Da der Entwurf ſelbſt ſim in den meiſten Puncten, wo die 
Verſchiedenheit ni<t in der Natur der Sache liegt, auf den 
Gymnaſialplan beruft, ſo können wir uns kurz faſſen, 
3% 
=.
	        

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