Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

206 111. Berichte. 
II. Claſſe. 
(4 Stunden, 2 für Metrik, 2 für mündliche und ſchriftliche Uebungen.) 
Hauptbegriffe aus der Metrik ſind ſchon früher bei dem lateiniſchen 
Unterricht und gelegentlich bei vem Deutſchen vorgekommen. Daran reihet 
fich nun ſpecielle deutſche Metrik, auf hiſtoriſcher Grundlage. Das Wich- 
tigſte aus der Poetik lehnt ſich aun die Metrik, oder Lectüre an. Zwei 
Stunden werden wöchentlich dem Leſen und Erklären, ven mündlichen und 
ſchriftlichen Uebungen gewidmet , wie in Claſſe 11. 
Erläuternder Zuſaßt, 
Die Hauptgattungen der proſaiſchen und poetiſchen Schreibart werden 
an Muſtern bei der Lectüre gezeigt, was ſchon, nach der Faſſungskraft der 
Schüler , in den vorhergehenden Claſſen begonnen werden mag. 
Dem Leſen und Erklären fallen nun lyriſche, epiſche, vivaktiſche Ge- 
dichte , vramatiſche Erzeugniſſe, Reden , Schilderungen, Abhandlungen 1c. 
anheim. 
Der freie mündliche Vortrag befaßt ſich unter Anderem mit dem Aus- 
führen gegebener , ſowie ſelbſtentworfener Dispoſitionen von Reden und 
Abhandlungen, mit dem freien Vortrage redneriſcher Erzeugniſſe und dem 
mündlichen Erklären poetiſcher und proſaiſcher Muſterſtüse. 
Die ſchriftlichen Aufgaben find : didaktiſche und hiſtoriſche Abhandlungen 
Reden , literarhiftoriſche Darſtellungen , Commentare u, ſ. w. 
1. Claſſe, a und b, 
(4 Stunden, 2 für Literaturgeſchichte , 2 für ſchriftliche und mündliche 
Uebungen.) 
Den Hauptlehrgegenſtand in der Claſſe 1 bildet die deutſche Literatur- 
geſchichte, daran reihen fich Uebungen in mündlicher und ſchriftlicher Dar- 
ſtellung und die Lectüxe des Nibelungenliedes. | 
Erläuternder Zuſah. 
Wie bei der Literaturgeſchihte einerſeits die Mittheilung von Proben 
aus den vorzüglicheren Erzeugniſſen der einzelnen Perioden, und zwar in 
ver Originalſprache, durchaus nothwendig : ſo iſt andrerſeits eine kurze 
Betrachtung der politiſchen, der Kultur- und Kunſtgeſchichte ſehr nüßlich, 
wenn nicht bereits durch den Lehrer der Geſchichte das Nöthige geſchehen iſt. 
Die Literaturgeſchichte kann auf dem Gymnaſium nicht erſchöpft werden: 
nur die vorzüglichſten Schriftſteller ver Hauptepohen kommen in Betracht, 
andere nur in ſoweit fie zur Characteriſirung ihrer Zeit oder einer beſonderen 
Richtung der Literatur von Bedeutung find. 
Kann in Claſſe Il ſchon die Fabel ves Nibelungenliedes den Schülern 
durch curſoriſches Leſen oder durch einen mündlichen Vortrag des Lehrers 
klar gemacht werden, ſo ift dieſes ſehr erwünſcht; kann es dort nicht ge- 
ſchehen , ſo wird dieſe Aufgabe in Claſſe 1 gelöst und daran ein fitatariſches
	        

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