Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

III, Berichte. 209 
und Zuſammenſeßungen in vem Memorirwörterbuche vollſtändig auswendig 
gelernt werden. Daran knüpft ſich für die IV. und die IIl. Claſſe das 
Weſentliche von der Synonymik , theils gelegentlich bei den Schreibübungen 
und der Lectüre , theils gefliſſentlich und mit zwe>&mäßiger Auswahl. Jn 
der Grammatik und Anleitung zum Lateinſchreiben , muß die ganze Syntax 
von Anfang bis Ende durchgeführt werden. Die Proſodik und Metrik, von 
denen beſonders die erſtere eine Menge Vorübungen im erſten Curs in der 
- Formenlehre, Wortbildungslehre und möglicher Weiſe der poetiſchen Lectüre 
erhalten hat, und welche durch ſtrengeres Ausſprechen der Quantitäten neben 
den Accenten mehr ins Reine geübt und gefördert werden kann, erhält einen 
beftimmteren Halt durch practiſ<e Uebungen zum tieferen und klareren 
Eindringen in Geiſt und Form der Sprache und der poetiſchen Literatur. 
Die Hülfsmittel dazu ſind: eine tüchtige Grammatik , eine Anleitung 
zum Lateinſchreiben als deutſche Beiſpielſammlung, ein gutes latein-deutſches 
Lexicon, die oben beim erſten Curſus erwähnte poetiſche Chreſtomathie mit 
ver Anleitung für metriſche Uebungen und ein Gradus ad Parnassum, der 
zugleich ein bedeutendes Unterſtüßungsmittel der Synonymit iſt, wenn auch 
vornehmlich von poetiſcher Seite. 
Geleſen und großentheils ſchriftlich ins Deutſche Überſet werden: in 
Claſſe V vorzugsweiſe Julius Caesar de bello gallico, allenfalls auch eine 
proſaiſche Chreftomathie , vann die mehr erwähnte poetiſche Chreftomathie z 
in Claſſe 1V leichte Reden von Cicero, als pro Ligario, pro rege Deio- 
taro, 4 Catilinariae, pro lege Manilia, pro Marcello ; Livius erfte De- 
cade, die poetiſche Chreſtomathie , Ovids Tristia over epistolae ex Ponto; 
in Claſſe 1I1I Reden von Cicero, wie pro Sulla, pro Archia poä&ta, in 
Rullum, Philippica Ima, Verrina IVta oder Cicero's Cato major, Laelius, 
Somnium Seipionis, auch leichtere Briefe von demſelben , ferner Livius 
dritte und+ vierte Decade, Salluſt, Ovids Metamorphoſen und Faſten, 
Virgils Bucolica und Aeneide. 
Das Ueben der grammatiſchen Regeln in mündlich zu überſeßenden deut- 
ſchen Beiſpielen , die Lectüre deutlich und mit dem gehörigen Redeaccent 
vorgetragen, das Memoriren von Geleſenem, welches fleißig fortgeſeßt werden 
muß, geben immer ausgedehntere Hörübungen, an welche häufige Ueber- 
gänge zu Sprechübungen ſchon von Claſſe V. an, müſſen angeſchloſſen werden, 
Der Lehrer wird bemüht ſein, die in der dritten Claſſe beginnende 
Privatlectüre zwe>mäßig anzuleiten. 
ÖOritter Curfus, 
II. und I. Claſſe. 
Das vorgeſtefte Ziel wird erreicht durch Ueberſeßungsübungen an 
ſtufenmäßig eingerichteten deutſchen Auffäßen , durch eigene lateiniſche Aus- 
arbeitungen epiſtolariſchen, hiſtoriſchen, didactiſhen und ausnahmsweiſe auch 
oratoriſchen Inhalts, durch fleißige Sprechübungen und in Claſſe I auch 
„durc< lateiniſche Disputationen über ſelbſt gefertigte Auffäße ; vaneben 
Pädag, Bierteljahröſchrift. YI.
	        

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