Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

II1. Berichte. 217 
Einleitung vorangehen und oft und namentlich am Schluſſe wiederholt, deß- 
gleichen bei größeren Abſchnitten zu einer ſyn<roniftiſchen Ueberſiht ange- 
leitet werven. Stete Repetitionen, nicht blos in <ronologiſchen Datis ſon- 
dern in Wiedererzählung ganzer Abſchnitte beſtehend , ſowie dabei anzuſtellende 
Uebungen in den verſchiedenen Arten der Zeitrechnung nach Olympiaden, 
Jahren Roms und Jahren vor Chriſto werden dringend empfohlen. Die 
Chronologie muß immer feſter und ausgedehnter werden, ohne ſich bis ins 
Detail zu verlieren. Als Hilfsmittel des Unterrichts trete ein Handbuch 
ein, z. B. von Dittmar , in zuſammenhängender Darſtellung, welches die 
Repetition des Schülers erleichtert ; daneben eine ausgedehnte Anwendung 
von geſchichtlichen Wandkarten. 
4, Der dritte Curſus in zwei wöchentlichen Stunden ift die eigent- 
liche Stufe ver zuſammenhängenden Entwickelung des angegebenen Geſchichts- 
penſums. Wie in vem vorigen Curſus das Bild der Völker mehr äußer- 
lich erſchien, fo wird hier mehr auf ven inneren Zuſammenhang eingegangen. 
Der Vortrag wird pragmatiſ< , ſo weit derſelbe vem Schüler auf dieſer 
Stufe ſeiner intellectuellen Ausbildung faßlich ſein kann. Getreu dem Grund- 
ſaße, daß ein Volk erſt dann der Weltgeſchichte angehört, wenn es auf die 
übrigen weſentlich einzuwirken beginnt, wird man, ſobald ein ſolcher Mo»- 
ment eintritt, auf die früheren Zuſtände deſſelben überſichtlich und kurz zurüce- 
bli>en. Hauptaufgabe bleibt aber für dieſen Curſus das ſtaatliche Leben 
ver Griechen und Römer (alſo die Staatsalterthümer dieſer Völker, ver- 
fteht ſim nur in den Grundzügen eingeſchloſſen) und die Geſchichte der 
Deutſchen bis auf die Wiener-Schlußacte , mit ſpecieller Rückſicht auf Cultur- 
geſchichte und auf die hiſtoriſche Entwieklung der Größe und Macht der 
Hauptſtaaten Deutſchlands und der in ihnen regierenden Hauptdynaſtien. 
Die Entwilung der Geſchichte des vorigen Jahrhunderts bietet zugleich 
Gelegenheit , auf die Kenntniß ves politiſchen Zuſtandes der Gegenwart in 
allgemeinen Umriſſen vorzubereiten. 
Der Lehrer wird auch hier häufige Ueberſichten und ſync<roniſtiſche Zu- 
ſammenſtellungen eintreten laſſen , ſo wie ſcharfmarquirte Dispoſition in den 
Hauptmaſſen. Sein Vortrag ſei ein freier, zu deſſen Auffaſſung dem 
Schüler, theils ein Grundriß der Weltgeſchichte (z. B. “von Dielitz , der 
ſpeciell Cultur - und Verfaſſungsgeſchichte ins Auge faßt), theils eine Exr- 
gänzung deſſelben durch Nachſchreiben (zugleich eine Vorbereitung für das 
Nachſchreiben auf der Univerſität) Hilfe leiſten kann, Die Repetitionen be- 
gnügen ſich nicht mehr mit Wiedererzählungen einzelner Abſchnitte, ſondern 
verlangen Compoſitionen mit Anwendung des Verſtandes nach beſtimmteren 
Geſichtspunkten , damit vie Selbſtthätigkeit ves Schülers hinzutrete und zu 
der eigenen Unterſcheidung des Weſentlichen von vem Unweſentlichen führe. 
Der hiſtoriſche Atlas von Spruner gehe vem Unterrichte ſtets zur Seite, 
Eine Vertheilung des Lehrſtoff's für die einzelnen Claſſen iſt unnöthig. 
Sollte die Nothwendigkeit eintreten, an einem Geſchichts - Curſus mehrere 
Lehrer arbeiten zu laſſen, ſo müſſen ſich dieſe unter einander verſtändigen. 
Es ſuche aber das Gymnaſium mehrere ſeiner Lehrer für dieſen Unterrichts-
	        

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