Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

226 III, Berichte. 
her vie jüngſten Lehrer , welche weit beſſer in den mittleren Claſſen ihre 
Beſchäftigung finden , und beſſer erſt dadurch eine Erfahrung gewinnen, daß 
fie in den Unterclaſſen häufig hospitiren und den für jene Claſſen geeigneten 
Lehrſtoff resp. die Lehrmethove gründlich kennen lernen, . 
b) Häuslichen Fleiß und Privatarbeiten betreffend. 
- 4. Was die häuslichen Arbeiten betrifft, die als nothwendiges Glied 
in vem Organismus des Gymnafialunterrichts nicht ausfallen können, ſo 
ift überall das richtige Maaß der Forverungen einzuhalten, ſo extenſiv, wie 
intenſiv , damit der Schüler ſtets eine hinreichende Muße zu ſeiner Erholung 
und Stärkung und in den höhern Claſſen zu freier Privatbeſchäftigung übrig 
behalte. Namentlich in ven beiden Unterclaſſen ſollen die häuslichen Arbeiten 
möglichſt wegfallen und mehr in Repetitionen als Präparationen beſtehen. 
Das für dieſe Claſſen berechnete Penſum ſoll recht eigentlich in der Schule 
unter Vermittelung des Lehrers gelernt werden, es wird deßhalb auch außer- 
dem zweckmäßig ſein, außerordentliche Arbeitsftunden unter Aufficht des 
Lehrers einzurichten, an denen nach Bedürfniß auch die Schüler anderer 
Claſſen ſich betheiligen. Die Theilnahme an dieſen ſogenannten Silentien 
iſt jedoch für die Schüler nicht obligatoriſch. 
Um möglichen Ueberforderungen ves häuslichen Fleißes vorzubeugen 
ſoll beim Beginn eines Halbjahres eine Conferenz ſämmilicher Lehrer die 
Vertheilung der Aufgaben auf Tage , Wochen und Monate, welche von 
vem Claſſenordinarius aufzuſtellen iſt, prüfen resp. anordnen; ſoll ferner 
an jeder Claſſe ein Aufgabebuch eingeführt werden , gleichſam ein Arbeits- 
kalender , in welches jeder Lehrer ſeine Aufgabe nach der Stunde unter dem 
Datum , wo die Aufgabe geliefert werden muß, einträgt, damit auf dieſe 
Weiſe nach dem Maaße der für jenen Tag bereits beſtimmten Aufgaben 
eine Verſtändigung unter den Lehrern eintrete, und der Ordinarius das 
Maaß der Forderungen an den bäuslichen Fleiß, überwachen könne. 
Wenn mit dieſem Buche vie Einrichtung verbunden wird, daß der 
Lehrer nach jeder Stunde die Unfleißigen notirt, ſo iſt dadurch zugleich die 
beſte Controle des häuslichen Fleißes möglic< gemacht. Beide Zwecke wird 
ver Ordinarius auch durch eine häufige Durchſicht aller ſchriftlichen Arbeiten 
der Claſſe , vurc<h Beachtung ihrer Themata und Einrichtungen erreichen. 
Endlich ſollen in gleicher Abſicht möglichſt noc< vor den Ferien eines 
jeden Halbjahres Conferenzen zu vem ausſchlicßlichen Zwecke gehalten werden, 
daß darin ein jeder Lehrer einen ſchriftlichen Plan über den ihm zugewieſe- 
nen Unterricht des nächſten Halbjahres vorträgt und ſich darin über Wahl, 
Behandlungsweiſe und das hbalbjährige Quantum 3 ſeines Lehrfſtoffs erklärt. 
Dieſe Pläne werden von der Conferenz geprüft , mit einander in Einklang 
geſcht, damit ſtets die möglichſte Uebereinſtimmung durch den ganzen Unter- 
richt herrſche, und am Ende des Halbjahres mit der Notiz, wie weit vas 
beabſichtigte Ziel erreicht ſei, in vie Hände des Directors niedergelegt. 
Denſelben Conferenzen liegt es auch ob, neu zur Einführung vorgeſchlagene 
Lehrbücher und die dahin einſchlagenden Wünſche der einzelnen Lehrer ſorg-
	        

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