Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

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Ueber die Begründung der Elementar-Geometrie. 
Von Prof. Dr. Gugler in Stuttgart, 
 
„Aller Anfang iſt ſchwer.“ Dieſes Sprüchwort, das in 
Anwendung auf das Erlernen wiſſenſchaftliher Fächer ſelten 
zutrifft (vielmehr hier eher umgekehrt werden könnte), erprobt 
ſeine volle Wahrheit, wenn man es auf das Belehren bezieht, 
und insbeſondere auf das ſchriftliche Belehren dur< Bücher; ſo 
daß man verſucht ſein könnte , jenes Dictum urſprüngli< für 
den Stoßſeufzer eines aufrichtigen Autors zu halten, In der 
That gibt es Bücher genug, deren Stoff es mit ſich bringt, daß 
eine befriedigende Bearbeitung des erſten Bogens mehr Sc<wie- 
rigkeiten bietet als die Redaction aller folgenden Bogen zuſammen, 
Obenan ſtehen die Lehrbücher über Elementarmathematik, und 
unter dieſen wieder in erſter Linie die geometriſ<hen. In der 
Schwierigkeit, wel<e die Begründung der geometriſchen Elemen- 
tarbegriffe hat, liegt die Urſache , warum wir an vielen wirklich 
guten Lehrbüchern über Geometrie erſt dann uns eigentlich erfreuen 
fönnen, wenn wir durc< die erſten Kapitel oder wenigſtens die 
erſten Paragraphen uns hindurc<geleſen haben, In den Anfängen 
begegnet uns gar zu oft die Erſcheinung, daß man entweder vor 
den vorhandenen Klippen geradezu die Segel ſtreicht und nur 
aus ſcheuer Entfernung einen Bli> auf ſie wirft, dann aber 
möglichſt ſchnell naß einer andern Seite hin offenes Fahrwaſſer 
zu gewinnen ſtrebt; oder daß man lavirend an ihnen vorbeizu- 
gleiten ſuc<t und hinterher ſich die Miene gibt, als ſei man 
glülich mitten dur< ſie hindur<geſchifft ; oder endlich (was das 
Schlimmſte iſt) daß ein genialer Autor die Klippen für bloße
	        

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