Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

28 1, Abhandlungen. 
gar nicht in Betracht kommen), die Naturgeſchichte bis jeßt eine 
ſelbſtſtändige Stellung neben den anderen Unterrichtsgegenſtänden 
ſihern, In den meiſten war ſie mehr geduldet, als beſonders 
gern geſehen und näher berücſichtigt. Zum Theil lag dies, wie 
wir eben geſehen, an dem früheren Stand der Wiſſenſchaft ſelbſt, 
Die Aufnahme eines Wiſſenſchaftszweigs in den Sc<ulunter- 
richt iſt immer etwas deren theoretiſcher Ausbildung N ah fol- 
gendes. Erſt muß ſie objektiv, an und für ſich ſelbſt ihren inne- 
ren Werth, ihre Kraft und klare Gliederung erlangt und be- 
währt haben , ehe ſie in den Berei<h der Schule einrü>t, Man 
muß es ihr ſ<on anſehen, daß ſie eine weſentliche Seite zur 
Geiſtesbildung und Erziehung abgeben wird, Dieſe innere Kraft 
und Abrundung hat nun aber die Wiſſenſchaft ſelbſt erſt in der 
neueſten Zeit erlangt; und es iſt in der That ihre frühere 
Einreihung unter die Unterrichtsgegenſtände allgemeiner Bil- 
dungsanſtalten anderen weniger weſentlihen Nebenrüd- 
ſichten, wie ganz beſonders der praktiſch en Widktigkeit poſi- 
tiver Einzelkenntniſſe des Faches zuzuſchreiben. 
Länger aber wird man heutzutage die verdiente und in ihrem 
innerſten Weſen begründete , ſelbſtſtändige Stellung der Natur- 
geſchichte in einer jeden wohlgeordneten allgemeinen Bildungs- 
anſtalt nicht verweigern können, wenigſtens da nicht, wo man 
dazu gründlich vorgebildete und befähigte Lehrer zu finden im - 
Stande iſt, welche ihren Schülern ſtatt dürrer , anſhauungsleerer 
Schemen und Namen das volle friſche- Naturleben methodiſch 
vorzuführen wiſſen, dabei ſtets Maß zu halten verſtehen. Ein 
ſc<le<t ertheilter Unterricht in der Naturgeſchichte iſt =- das 
geben wir gerne zu -- ſchlimmer, als gar keiner, Doh wir 
wollen nicht vorgreifen. Wir haben davon no< ausführlicher 
zu reden. = | 
Wollen wir im Nachfolgenden erwägen, wel<e Stellung 
dem Sculunterrichte in der Naturgeſchichte zukomme, welchen 
Zwe und welche Bedeutung er wirkli habe, ſo müſſen wir 
zunächſt no< die minder weſentlihen Gründe und Rücſichten 
kennen lernen, aus welchen man ihn bisher ſchon in die Schulen 
hereingebra<t hat. Wir müſſen die verſchiedenen begründeten 
und unbegründeten Anſichten. und Meinungen hören, welche die "
	        

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