Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

320 IL Abhandlungen. 
höchſtens nur vermindert, und vermindert , indem man die Ge- 
ſchichte in Brühe und Bruchſtüe zerbricht, auf Koſten des 
innern cauſal-hiſtoriſc<hen Zuſammenhanges, ohne welchen die 
Geſchichte niht -- Geſchichte iſt. 
Der Einſpruch, der ſic< dagegen erhob, befürc<tet zwar nicht 
dies, aber doh: „es könne dadur<m eine abgeriſſene Dar- 
„ſtellung geſtattet, und dem Knaben die Geſchichte als ein zeit- 
„loſes Mährc<hen erſcheinen,“ Er verlangt des nöthigen 
Zuſammenhanges wegen vielmehr: „Ueberſicht -- auf Chro- 
„nologie geſtüßt,“ -- 
Allein dieſe Stüße der Chronologie findet auf der Gegen- 
ſeite wieder ihr gerechtes Bedenken. „Die Vorſtellung der Zeit 
„wird am ſpäteſten klar z der Knabe hat keine Borſtellung von 
„Jahrhunderten, das Wort iſt ihm ein leeres. Er muß erſt 
„eine Maſſe von Thatſachen erhalten, um den Jahrhunderten 
„einen Inhalt zu geben“ =- d. h. wenn ich erſt verſtehe, eine 
Maſſe von Thatſachen, niht <ronologiſh na< und neben 
einander geordnet, keinen tabellariſhen MechanisSmus, wodurch 
nur Zeit auf Raum reduzirt, nicht aber als ſol< e vorgeſtellt 
wird; ſondern -- und darin liegt eben die Schwierigkeit der „Zeit- 
vorſtellung“ = praktiſch und pragmatiſch in ihrer Folge aus 
und dur< einander , in ihrem dynamiſchen Zuſammenhange. 
Dieſelbe Anſicht will darum ausdrülich durch ihre fragmen- 
taxiſche Behandlung der geſchichtlihen Hauptmomente „Die 
„Gefahr von Hronologiſ<en Tabellen beſeitigt“, und dem 
Geſchichtsunterricht für den Anfang lieber ganz in die Luft 
gebaut wiſſen , während die entgegenſtehende Anſicht zu beſſerer 
Ueberſichtlichfeit ausdrüFlich die Tabelle „dem Schüler in die 
„Hand geben“ will, „damit der Lehrer ſie durc< ſeinen Vortrag 
„belebe, (?)' -- 
„Gerade in dem hiſtoriſchen Unterricht der unteren Claſſen“, 
verſichert ſie , „werden große Mißgriffe gemacht.“ <- Und no<- 
mals, ſetze ih hinzu, auch in den oberen nicht wieder gut ge- 
macht, weil das Ganze von vorn bis hinten ein Mißgriff iſt, 
mag man fragmentariſch oder tabellariſch zu Werke gehen. 
Näher mit unſerer Meinung von der Geographie und ihrem 
fundamentalen Verhältniß zum Geſchichtsunterricht trifft der Vor-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.