Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Die Geographie in der Schule. 321 
ſchlag zuſammen , welcher vermittelnd: „Raum und Zeit nicht 
„trennen, und die Geſchichte ſich auf Geographie und allgemeine 
„Zeitbeſtimmungen ſtüßen laſſen“ will, wenn daraus die Conſe- 
quenz gezogen worden wäre, daß man auch die Geographie 
darnach zur Stüße machen müſſe =- von vornherein, daß dieſe 
Stüße vor allen Dingen erſt ſelbſt im Fundament die nöthige 
Stärke erlangt haben müſſe, ehe man die Geſchichte ſich darauf 
ſtüzen laſſen dürfe; eine Conſequenz, die bei weitem weiter 
greifen möchte, als die in der Conferenz gezogene; als der be- 
ſc<eidene Wunſc<, „den Schüler der oberen Claſſen auch mit 
„den Grundſätzen der neueren wiſſenſc<haftli<hen Geo- 
„graphie bekannt zu machen“, der keine Unterſtüzung fand z als 
der noc< beſcheidenere „nach repetitoriſ<en geographiſchen 
„Stunden“, und als der darauf gefaßte Beſchluß, daß „der 
„geographiſche Unterricht über die unteren Claſſen hinaus auch 
„im Obergymnaſium fortzuſetzen ſei.“ -- 
Eine Bemerkung „findet“ bei dieſer Gelegenheit „das beſte 
„geographiſche Repetitorium darin, daß der Geſchic<tslehrer immer 
„die Karte bei der Hand habe," Sie will damit im Grunde 
nichts anderes, als wir, d. h., den Geſchichtsunterricht zum 
geographiſchen machen -- nur hintenna< , wenn's ſchon zu ſpät, 
und repetitoriſc<, was wir von vorne herein allein und geradezu; 
auch ſtimmt ſie außerdem in dem Geſtändniß mit uns- überein, 
wie wenig der Geſchichtsunterricht in unſeren Oberclatſen der- 
malen Grund und Urſac<e habe, auf die Karte im Kopfe ſei- 
ner Schüler zu bauen, *) 
Hat man nun bei dem bisherigen Nebeneinander eingeſtan- 
*) Fragt man, warum der Verf. , als Mitglied jener Conferenz, nicht 
ſofort an Ort und Stelle mit ſeiner Meinung hervorgegangen, ſo iſt an 
das Sprüchwort vom „Rathhauſe“ zu erinnern, zu welchem überdies die 
Rückkehr mit beſſerem Rathe durch ven nahen, aus finanziellen Gründen' 
unwiederruflihen Schluß der Verhandlungen nicht geſtattet war. Dieſe 
finanziellen Gründe rechtfertigten ſich durch die Umſtände, unter welc<en da- 
mals die Conferenz zuſammen war: die Auflöſung der preußiſchen revidi- 
renden Verſammlung, die Sprengung ver deutſchen conſtituirenden , die 
kriegeriſchen Exploſionen in Dresden u. ſ. w. =- Umſtände , die ſtörend und 
verſtimmend auch auf die Gründlichkeit der Berathung nicht ohne Einfluß 
geblieben ſind. 
 

	        

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