Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Die Geographie in ver Schule. 325 
„tes, ſondern in allen Flä<ßen und Höhen , unter allen Völkern 
„und Staaten greifen dieſe gegenſeitigen Bedingungen 
„in ihre Geſchichten ein, von ihrer Wiege bis auf unſere Zeit, 
„Sie ſtehen alle unter demſelben Einfluß der Natur u. ſ. w.“*) 
Sie ſtimmt **) mit uns auch in Beziehung auf „die Ge- 
bre<hlic<hkeit des jetzigen Zuſchnittes der Geographie“ überein. 
Als „hiſtoriſc< e Disciplin iſt ſie bis jezt nur ein mannig- 
„faltiges Gemenge ohne inneres Geſet; ſie harrt unter der Laſt 
„der Schla>en, die ſie deen, des Silberbli>s, aus dem ſie 
„als ein wiſſenſchaftlihes Gediegenes hervorgehen ſoll. -- Noc< 
„hindert das fragmentariſche geographiſche Wiſſen die zuſammen- 
„hängende Erzählung“ =- und indem ſie zu ihrem Berſtändniß 
„überhaupt die guten vorhandenen Lehrbücher der Geographie 
„als ihrem Inhalte nach befannt vorausſeßt „“ verfährt ſie ihrer- 
ſeits kritiſch, d. i. na<m einer Methode, die in das Laborato- 
rium der Wiſſenſc<aft, nicht in die Schule gehört, 
Dies hindert jedo<Mm nicht, daß nicht einzelne Abſchnitte in 
Ritter's „Erdkunde“, aus ihrer kritiſchen Umgebung heraus- 
gehoben , zu Fingerzeigen für die geographiſ<e Behandlung des 
hiſtoriſ<en Schulunterrichts dienen könnten. So unter vielem 
anderen z. B. der Abſchnitt: „Emporien und Reſidenzen am 
„Euphrat und Tigris ***), Ninive ( Moſul) und Babylon, Se- 
leucia und Kteſiphon, Bagdad -- in Verbindung mit denen 
„des perſiſ<gen Grenzlandes“: +) Ekbatana (Hamadan) , Perſe- 
polis und Paſargada (Shiraz), Suſa, Ispahan u, |. w. 
Schon die bloße Ueberſezung des Buches aus dem Kritiſchen 
der Wiſſenſchaft in das Dogmatiſhe der Schule wäre ein ver- 
dienſtvolles Unternehmen! 
Wetn jedoch auf dieſen Nachweis etwa einer von unſeren 
allzeitfertigen Sc<hulbuhverfertiger im Drange eines unabweis- 
lichen Bedürfniſſes ſi< ſofort an die Arbeit -- oder Umarbeitung 
ſeen wollte, ſo bitten wir ihn, damit einſtweilen no< zu war- 
ten, bis die -- -- --y - -=- -- Fortſeßung folgt. -- 
+) Ebend. S. 4. 
kk) Vorrede. S. V.=-VI1l, 
4%) Theil 2, S, 138 1, ſ. f. 
+) Theil 2. S. 82 u, ſ. f.
	        

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