Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

342 1. Abhandlungen. 
naſium , den Uebergang bildet die Real- und Gewerbeſchule, Mit 
dem Jünglingsalter beginnt die Berufsſchule. 
In der Volksſchule, wo Zöglinge für den arbeitenden 
Stand im ſtrengſten Sinne gebildet werden, muß ſich der Unter- 
richt auf das Allgemeinſte jener Gegenſtände beſchränken und es 
genügt, wenn die Schüler zu einer klaren Einſicht in ihren be- 
ſondern Beruf und in dem ihnen unmittelbar Dienenden zur Fer- 
tigfeit gelangen, Uebrigens darf keiner jener Gegenſtände aus- 
geſchloſſen werden. Wegen der Beſchränktheit des Lehrſtoffes 
wird das erziehende Element im engeren Sinne, insbeſondere 
die religiöſe Bildung in den Vordergrund treten. Als Fortſetzung 
der Volksſhule na9z der Confirmation werden Abendſchulen 
empfohlen. 
Die Realſ<ule nimmt Zöglinge auf, welche für Ge- 
ſchäfte und Gewerbe vorbereitet werden ſollen , die ſich entweder 
der wiſſenſ<haftlihen Technik und ſ<önen Kunſt annähern, oder 
zur Fabrikation mit Maſchinen aufgeſtiegen ſind, daher ein höherer 
Grad von naturwiſſenſchaftlihen , mathematiſchen und ſprachlichen 
Kenntniſſen erforderlich iſt. Die höhere Gewerbſchule, in 
welche das Jünglingsalter eintritt, ſoll nicht zu eigenhändigem 
Betreiben mechaniſcher Gewerbe vorbereiten, ſondern die Gegen- 
ſtände der Realſchule umfaſſender, tiefer eingehend und zuſam- 
menhängender behandeln, wobei freilih das Vorausgehen einer 
klaſſiſchen Bildung wünſchenswerth iſt, 
Dem Gymnaſium liegt die Vorbereitung auf diejenigen 
Fächer ob, deren Auſgabe die unmittelbare Einwirkung auf das 
geiſtige Leben der Menſchheit iſt, und von welchen deßhalb die 
Erkenntniß der Geſetze dieſes Lebens verlangt wird. Da nun - 
das klaſſiſche Alterthum die rein menſchlihe Bildung auf der 
Höhe der Vollendung zeigt, ſo muß der Unterricht in den alten 
Sprachen fortwährend der Mittelpunkt der Gymnaſtialbildung 
bleiben. Daneben iſt aber auch in Bezug auf die Realien dem 
Gymnaſium ein umfaſſenderer und gründlicherer Unterri<t als 
gewöhnlich dringend nöthig. 
Dieſer unvermeidliche Standesunterſchied nun muß dadurc< 
ausgeglihen werden, daß jedem Stande dieſelbe Achtung gezollt,
	        

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