Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

344 I. Abhandlungen. - 
geiſtigen Eigenthum macht, hat allein Berechtigung. Statt des 
Unterſchieds der analytiſ<en und ſynthetiſhen Methode , welche 
Begriffsbeſtimmung allerdings ſehr ſchwankend iſt, ſeht der Ver- 
faſſer den der inductiven und aprioriſhen. Ferner ſollen alle 
Fächer zu einander in Beziehung geſeßt werden; und die Form 
anlangend die kate<hetiſche mit der akroamatiſchen abwechſeln. 
Was nun die Methode der einzelnen Fächer betrifft, ſo iſt 
hier in kurzer und bündiger Darſtellung der Gang na< ſeinen 
weſentlichen Theilen mit Berüſichtigung gewöhnlicher Jrrthümer 
und ganz im Geiſte der bis dahin aufgeſtellten Grundſäße vor- 
gezeichnet, ſo daß ein Auszug beinahe der Darſtellung ſelbſt gleich 
käme, Au dieſer Theil zeugt von der vertrauten Bekanntſchaft 
des Berf, mit dem Stoffe und der Praxis. 
Was endlich no< den Lehrer betrifft, ſo wird in den untern 
Klaſſen und in der Bolksſchule dem Klaſſenlehrerſyſtem der Vor- 
zug gegeben z denn „die Grundbedingung und die ſicherſte Garantie 
für das Gelingen aller Erziehung liegt in der Perſönlichkeit des- 
Erziehers.“ 
In der gegebenen Darſtellung liegt nun auch am ſichtbarſien 
das Urtheil über das vorliegende Werk. In keiner Wiſſenſchaft 
ſo ſehr, als in der Pädagogik , wäre es unpaſſend , aus einem 
a priori aufgeſtellten Princip ein Syſtem nach logiſhen Katego- 
rien herauszuſpinnen, Denn nirgends iſt man mehr auf die prak- 
tiſche Erfahrung angewieſen; und hier gilt der Orundſaß: prac- 
tica est multiplex. Wir geben alſo gerne zu, daß ſich über ein- 
zelne Punkte mit dem Berf. ſtreiten läßt, daß Manches anders 
hätte ausgedrüct werden können. Aber gerade die beſcheidene 
Liebenswürdigkeit, mit welcher der Berf. neben aller Entſchieden- 
heit in den Grundſätzen ſeine Anſichten entwiekelt, fordert auch 
den Beurtheiler auf, dem Gange ſeines Werks mit liebevoller 
Aufmerkſamkeit zu folgen. Dieſe Beſcheidenheit drüt ſich be- 
ſonders au< darin aus, daß er, ohne darum die mannichfachen 
Irrthümer unberücſichtigt zu laſſen, do< aus den verſchiedenen 
Werken die er anführt, und welche in philoſophiſcher und theo- 
logiſcher Hinſicht den verſchiedenſten Nichtungen angehören, gerade 
das Treffende herauszufinden weiß und zu ſeiner Beweisführung 
benüßt, Dur dieſe Auffaſſung in Ausführung ſeiner Aufgabe
	        

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