Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

360 I. Abhandlungen. 
lihem Traumleben ſpielend ſich wiegenden unfreien Einheit des 
natürlichen und geiſtigen Lebens, do<h iſt auch hier ſchon reiche, 
bewegte Entwieklung, Die zweite iſt die des Kampfes .zwiſchen 
Freiheit und Nothwendigkeit , des Bruchs zwiſ<en Natur und 
Geiſt , in dieſer ſteht no< unſere eigene Gegenwart, Die dritte 
iſt die der freien bewußten Verſöhnung von Naturgejetz und 
Geiſtesfreiheit, der harmoniſch vollendeten ungebrochenen göttlich- 
freien Menſchheit.“ Am Ende der erſten Epoche auf der Schwelle 
des Kampfes ſteht der Hellene , faſt ohne Ahnung deſſelben und 
findli<hfroh hinausſtrebend in die weite ſ<öne Welt, wähnend, 
ſie müſſe überall ſo lieblih und zugeneigt ſein, wie daheim, 
Beſonders zeichnet er ſich aus durc< eine tiefe, von liebevoller 
unbewußt genießender Hingabe beſeelte Weihe des ſinnlihen Da- 
ſeins, dem er ein ganz ſelbſtſtändiges Gebiet in der Gymnaſtik 
bereitete. Den Uebergang von der erſten zur zweiten Epoche 
bildet die römiſche Weltherrſchaft, dur< welche das Nationale 
verwiſ<t und ins allgemeine Menſchliche aufgehoben wurde, 
„Den vollſtändigen inneren Bruch der Menſchheit und das halt- 
loſe Zurückſinken des Geiſtes in ſein rein Inneres und darin 
ins göttliche Jenſeits übernimmt als Erbſchaft der alterthümlichen 
Geſchichte die kräftige deutſc<e Bölferwelt,' daher liegt die Haupt- 
entwielung der erſten deutſchen Geſchichte im religibſen Leben, 
welches ſic am reichſten und ſchönſten im deutſchen Mittelalter 
entfaltete, Der Zerfall dieſes Zuſtandes ragt mitten in die 
Gegenwart herein, „Die Geſchichte der Bölker weist nun aber 
Epochen und Zuſtände auf, in welchen wir vorbildlich die zu- 
fünftigen Vollendungsperioden der Menſchheit, die herrlichen 
Zeiten des verſöhnten und verwirklichten Ideals erkennen mögen, 
nämli< im helleniſchen Alterthume und im <riſtlihdeutſchen 
Mittelalter. Hier war die natürliche Harmonie eine Himmels- 
gabe des kindlichvertrauenden unbefangenen Glaubens und erhielt 
ſih nur durc< die unbewußte volle Hingabe ans Ewige Göttliche, 
deren reine Liebe und Schuldloſigkeit auc? auf das Irdiſche und 
auf die ſinnlihe Natur einen verklärenden, verſöhnenden Him- 
melsſ<ein warf und ſo den Menſchen innerlich befriedigte.“ -- 
Darauf beruht nun eine dur<gehende Wahlverwandtſchaft zwi- 
ſc<en dem helleniſ<en und deutſchen Voksthume, „Die Gegen-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.