Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

362 I. Abhandlungen. 
Werks, aber um ſo reicher an thatſä<licher Belehrung z wir können 
kurz darüber weggehen, da es-unmögli<h wäre , die Einzelnheiten 
im Auszuge darzuſtellen. Zuerſt wird im Allgemeinen geſprochen 
von dem veredelndem Einfluß der Gymaſtik auf die ganze körper- 
lihe Erſcheinung des Hellenen, die in ihren Einzelnheiten den 
Eindruck der ſittlihen Freiheit und künſtleriſchen Schöne auf den 
Beſchauer ausübte, gegenüber einem unter den günſtigſten Ein- 
flüſſen aufgewachſenen Naturkunde, welches das inſtinktartige un- 
freie Walten der Natur darſtellt, und den Geſtalten eines geiſtige 
gebildeten ungymnaſtiſchen Volkes, wo in der äußern Erſcheinung 
auf eine höchſt unäſthetiſche Weiſe die Berufsarten ſich abſpiegeln. 
Im Beſondern wird dann dargeſtellt: Der Turnplat , die ver- 
ſchiedenen Uebungen, nämlich Lauf, Sc<eibenſhwung, Sprung, 
Speerewerfen , Ringkampf. Zuerſt wird die Uebung beſchrieben 
und überall nachgewieſen, welche Theile des Körpers vorzugs- 
weiſe dabei in Anſpruc?) genommen werden und welchen Einfluß 
dies auf die Geſammtbildung des Körpers haben mußte, Hier 
ſieht man deutlich, wenn man es auch nicht perſönlich weiß , daß 
der Verf. nicht blos aus hiſtoriſhen Quellen ſchöpft, ſondern 
daß er das Turnweſen aus eigner Anſchauung und Uebung ver- 
ſteht. I< aber weiß und kann nicht umhin davon zu reden, 
daß er ein praktiſch gebildeter Meiſter des Turnens iſt, und daß 
er während ſeiner mühevollen und angeſtrengten Geiſtesarbeit 
ſeine angenehmſte Erholung in eben den Uebungen fand , deren 
höhere ſittliche und geiſtige Bedeutung no< keiner ſo umfaſſend 
begriffen und dargeſtellt hat, wie er. 
Auf die Arbeit muß die Erholung, auf die Anſpannung 
die Abſpannung folgen, aber ſo, daß die letztere mit fördernd 
wirkt für die erſtere und dies wird dargeſtellt in dem Abſchnitt: 
Das Bad und die Turnraſt, 
- Nachdem nun bei den einzelnen Uebungen der Einfluß auf 
Bildung und Veredlung nachgewieſen und gezeigt iſt, wie dadurch 
jene idealen Geſtalten in Wirklichkeit erſtanden, wie wir ſie noch 
jetzt in den plaſtiſchen Gebilden, z, B. in einem Doryphoros 
von Polykleitos anſhauen, werden die getrennten Uebungen nicht 
blos in der Idee, ſondern der Wirklichkeit gemäß zuſammengefaßt 
im Pentathlon , „„als einer allſeitigen harmonievyollen Schule,
	        

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