Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

374 II. Bücherſchau. 
etwa in den lebten 5 Minuten derſelben, werden 10--12 Wörter geleſen, 
bis die Ausſprache richtig aufgefaßt iſt. Jn der nächſten franzöſiſchen Lehr- 
ftunde werden dieſelben abgehört und zwar nicht Wort für Wort, ſondern 
nach Maßgabe und mit Beihülfe der aus dem eigentlichen Lehrbuche bereits 
gewonnenen Vokabeln in kleinen und leichten Zuſammenſtellungen. Um 
dies an einem Beiſpiele zu erläutern , ſo ſei die erſte Nummer der Wörter- 
ſammlung „Von der Religion“ dazu gewählt. Man fragt: was heißt: 
die Religion, meine Religion , deine, ſeine, ihre, unſre, eure, ihre, dieſe 
Religion 2c. Dieſe Religion iſt gut, rein, ſtreng 2c. Eine gute, (ſchlechte, 
reine, ſtrenge) Religion 1c. -- Gott iſt unſer Schöpfer. Dieſer Schöpfer 
iſt Gott. Gott in (dans) dem Himmel. Ein Engel in dem Himmel. 
Gott und der (die) Engel. Die Vorſehung von (de) Gott (Gottes). Das 
Weltall iſt groß. Jeſus Chriſtus iſt gut. Ein Chriſt und ſeine Bibel. 
Die Bibel eines Chriſten. Der Chriſt hat eine Bibel. Wo iſt deine Bibel ? 
Das Evangelium iſt das Wort Gottes. Das Evangelium Jeſu Chriſti. 
Die Bibel oder (ou) das Wort Gottes. Die Taufe iſt ein Sakrament 
(8acrement, m.). Das heil. Abendmahl ift ein Sakrament. Die Taufe 
und das heilige Abendmahl ſind zweit Sakramente. Die Lüge (le men- 
80nge) iſt eine Sünde. Dieſe Sünde iſt groß. Das Gebet iſt nüßlich 
und nöthig. Der Glaube und die <riſtliche Liebe. Der Glaube , die <rift- 
liche Liebe und die Hoffnung ſind drei Tugenden. Die Hoffnung des ewigen 
Lebens. Die Hoffnung einer Unſterblichkeit der Seele. Eine Kirche iſt 
groß und eine Kapelle iſt klein. Ein Altar, eine Kanzel und eine Orgel 
ſind in einer Kirche u. ſ. w. u. ſ. Ww. 
Je weiter der Anfänger in ſeinem Elementarbuche fortſchreitet, deſto 
reichhaltiger und manchfaltiger laſſen fich dieſe Uebungen anſtellen, beſonders 
wenn das verbe mit ſeinen Veränderungen allmälig bekannter wird. Der 
abgeriſſenſte und anſcheinend unfruchtbarfte Stoff kann davurc<h belebt, ge- 
würzt und fruchtbringend werden. Man lehre den Schüler überhaupt ſein 
Material nur anwenden und es wird ihm dadurch gewiß lieb und eigen. 
Um bei Anwendung des Erlernten mehr Freiheit und Boden zu gewinnen, 
wird man wohl daran thun , die Aufeinanderfolge der zu erlernenden Uebun- 
gen in der Weiſe abzuändern, daß bald nachvem eine Anzahl Substantifs 
memorirt worden iſt, man ſofort auch eine Reihe verbes , adjectifs u. ſ, Ww. 
einüben läßt. 
| Auf diefe Weiſe gebraucht wird das Geſprächbuch vem Anfänger in 
den erſten Jahren ſeiner Sprachſtudien ein angenehmer und nüßlicher Be- 
gleiter ſein 3 es wird mit dazu beitragen, den Unterricht im Franzöſiſchen 
ſchon in der Schule zu beleben und zu fördern und ohne dem formalen 
Lehrzwe> irgendwie Eintrag zu thun, die praktiſche Anwendung des theore- 
tiſch Erlernten überraſchend erleichtern. Möge daher dieſes Büchlein, deſſen 
äußere Ausſftattnng bei einem niedern Preiſe nichts zu wünſchen übrig läßt, 
eine weite Verbreitung und Anerkennung finden, wie es dieſelbe in der 
That verdient, J.
	        

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