Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

378 III, Berichte. 
ſo enthält fich Zhre Commiſſion, bei dieſer Gelegenheit durch Wiederaufnahme 
der Organiſationsfrage eine lange und doh wahrſcheinlich fruchtloſe Debatte 
herbeizuführen. Allein ſo viel glaubt ſie von ihrem Standpunkt aus aus»- 
ſprechen zu müſſen, daß, wenn auch die Verbindlichkeit des Staats nicht 
beſtritten werden will, der Kirche ſtiftungsgemäß die Mittel zur Heran- 
bildung junger Geiftlicher zu gewähren, damit nicht ausgeſchloſſen iſt, dieſes 
auf wohlfeilere und zwe>mäßigere Weiſe (ähnlich wie durch die katholiſchen 
Convikte) zu thun, und daß die abgelebte Form von beſonderen Klofter- 
ſchulen für die Anſprüche der evangeliſchen Kirche keinen Rechtöstitel be- 
gründen kann. 
3) Zum Etat der Gymnaſien 2c, 
Weil durc< Fälle nothwendiger Aufſtellung von Amtsverweſern, wobei 
und ſoweit nach den geſeßlichen Beſtimmungen die Belohnung nicht den be- 
treffenden Dienern auferlegt werden kann, auch künftig weitere Ausgaben 
unter dieſer Rubrik vorkommen können , und zugleich mit Rüdſicht auf eine 
Erweiterung der gymnaſtiſchen Uebungen dur< Exerzierunter- 
richt (Art. 10 des revidirten Bürgerwehrgeſeßes) , wofür nicht beſonders 
bezahlte Inſtruktoren nöthig werden , iſt die Exigenz für 18%/,, auf 80,000 fl. 
erhöht. Ihre Commiſſion beantragt die Verwilligung dieſer Summe, 
unter ver Vorausſeßung , daß dieſer neue Unterricht wirklich auch einge» 
führt werde. 
In Betreff der ſogen. Rektoratskaſſen ſagt der Bericht: 
Durch Verordnungen des betreffenden Miniſteriums vom 1. Sept, 4843 
„und 1. Sept. 4844 find „mit höchſter Genehmigung“ die JIntercalargefälle 
der Staatskaſſe von Lehrſtellen an Gymnaſien, Lyceen , lateiniſchen und 
Realſchulen zu Anſchaffung von Lehrmitteln für die betreffenden Anſtalten 
bleibend angewieſen , unter der Bedingung, daß die aus örtlichen Mitteln 
fließenden Intercalargefälle zu gleichem Zwe>e von der Ortsbehörde be- 
ftimimt werden ohne Schmälerung der ſonſtigen Leiſtungen der Ortskaſſen für 
Lehrmittel. Sodann ſind bei ſämmtlichen Gymnaſien und Lyceen Rektorats- 
kaſſen errichtet, in welche alle jene Cinnahmen fließen und deren unentgeld- 
liche Verwaltung den jeweiligen Vorſtänden dieſer Anſtalten obliegt. Aus 
den Einnahmen werden die Erforderniſſe des Unterrichts ( Bücher, Samm- 
lungen 2c.) , ſowie andere Bedürfniſſe (Prämien, Feierlichkeiten 1c,) beſtritten z 
die Neberſchüſſe aber, und namentlich die Intercalargefälle, ſobald ſie 400 fl. 
und mehr betragen , als Fonds verzinslich angelegt. 
(Reyſcher , Geſeßſammlg. , XI, 2, S. 84141 u. 874.) 
Ihre Commiſſion kann dieſe Beſtimmungen , ſoweit ſie die Verwendung 
der Intercalargefälle der Staatskaſſe betreffen, nicht überein- 
ftimmend finden mit den Vorſchriften der Verfaſſungsurkunde und den gel- 
tenden Grundſäßen der Etatswirthſchaft. Die Verfaſſungsurkunde ſchreibt 
in den 56. 440 und 488 die Nachweiſung des Finanzminiſteriums über die
	        

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