Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

111, Berichte, 379 
„ichtige, ver Verabſchiedung angemeſſene Verwendung der Steuern“ 
vor; ſie ſeßt alſo leßtere voraus und ſfeitvem eine eigene Reftverwaltung 
im Staatshaushalt errichtet iſt, müſſen alle Etatserübrigungen , mithin auch 
die fraglichen Intercalargefälle , ver Reftverwaltung anheimfallen. Die oben 
angeführten Verordnungen haben demnach ohne vorausgegangene Verabſchie- 
vung keine rechtliche Gültigkeit, und Jhre Commiſſion beantragt deßhalb, 
die Landesverſammlung wolle 
ſämmtliche aus ſolchen JIntercalargefällen angelegte Fonds nebſt den 
Zinſen daraus, ſoweit leßtere noch nicht verwendet ſind, ſowie die 
no< nicht angelegten Intercalargefälle ſelbftals heimgefallen 
erklären. 
Endli< in Betreff der mit den Etatsbeſchlüſſen von 48*%5 von der 
Kammer ver Abgeordneten (als Ständeverfammlung) an die Regierung 
gebrachten Wünſche : 
4) Vorlegung der Geſammtausgaben , ſei es ves Staats oder der Pri- 
vaten und Gemeinden , für das humaniſtiſche Schulweſen , und 
2) die Reviſion ves Organismus der humaniſtiſchen Lehranſtalten des 
Landes in Verbindung mit dem Geſammtorganisömus der Schule 
von unten bis oben; lautet der Bericht : 
das Kultminiſterium erklärt in ſeinen Erläuterungen zum Etat, daß dieſe 
beiden Wünſche der Studienbehörde mitgetheilt worden ſeien, das Ergebniß 
zu 4) aber noch zu erwarten ſtehe. In Beziehung auf 2) aber verſichert 
es, daß „die Verbeſſerung der Einrichtungen für den humaniſtiſchen Unter- 
richt fortwährend im Auge behalten und angeſtrebt werde, eine durch- 
greifende Reviſion ves beſtehenden Organismus würde aber 
weitere und umfaſſendere Vorarbeiten erfordern, als ſie bis 
jeßt gemacht worden ſein können.“ 
Von Vorarbeiten iſt allerdings nichts bekannt als ein vürch | eine außer- 
ordentliche Commiſſion von gelehrten Schulmännern im April 4847 aus- 
gearbeiteter Entwurf einer „Schulordnung für gelehrte Schulen,“ welcher 
ſeiner Zeit 4373 fl. gekoſtet hat und niemals ins Leben getreten iſt, der 
aber auch in Abſicht auf Organiſation der Anſtalten und der Oberleitung 
derſelben nichts enthält als eine Sanktion des Beſtehenden. 
Da nun aus der obigen Erklärung nicht mit Gewißheit zu entnehmen 
iſt, ob die Regierung ſeit Jahresfriſt die nöthigen Vorarbeiten eingeleitet 
hat und ob fie geſonnen iſt, dem Wunſch der Stände zu entſprechen z ander- 
ſeits aber ſowohl das Bedürfniß einer einheitlichen Leitung des ganzen 
Schulweſens, in Gemäßheit der grundrechtlichen Beſtimmungen, als auch 
vie theilweiſe mangelhafte und jedenfalls ſehr ungleiche und zuſam- 
menhangsloſe Verfaſſung dieſer Anſtalten und deren Vertheilung 
durc< das Land eine Abänderung nothwendig erheiſ<t, ſo beantragt Ihre 
Commiſion , 
den zweiten der angeführten Wünſche der vormaligen Ständeverſamm- 
lung der K, Staatsregierung wiederholt und dringend zu empfehlen,
	        

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