Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

IT. Berichte. 381 
ſie ihre Realſchulen mit dem bisherigen Staatsbeitrag nicht mehr erhalten 
könnten , ſo muß Ihre Commiſſion für das Jahr 18*/,1 bei dem Etatsſaß 
von 33,000 fl. behaxren. 
5) Bolksſchulen, | 
In dem neuen Spezialetat bemerkt der kath. Kirchenrath zu der Rubrik 
„Reiſe- und Umzugskoſten“: daß der Grundſaß feſtzuhalten ſei, die im Inte- 
reſſe des Dienſtes erforderlich erſcheinende öfter e Verſeßung ver Unterlehrer 2c. 
vorzunehmen. Ihrer Commiſſion iſt zwar bekannt, daß von dieſem Ver- 
ſebungsrecht beide Oberaufſichtsbehörden in neueſter Zeit einen ausgevehnten 
Gebrauch gemacht haben ; ob es aber immer im Intereſſe der Scule war, 
und ob' es vollends bei venen, welchen keine Verſchuldung nachgewieſen 
werden kann, im Fntereſſe der Staatskaſſe iſt, muß ſie bezweifeln. 
Ferner: wenn man von dem in den Grundrechten ausgeſprochenen Grund- 
ſaß ausgeht , daß die Volksſchule eine Staatsangelegenheit ſei, ſo wird man 
der Erhöhung des Beitrags an die Gemeinden nicht entgegentreten können z 
indem wir aber auf Anerkennung ver Exigenz antragen, glauben 
wir, daß gegen die Staatsregierung die Erwartung auszuſprechen ſein 
dürfte , ſie werde dafür Sorge tragen, daß vie Leiſtungen des Staats 
für vie Volksſchule durc< baldige Reviſion des Schulgeſeßes und des 
Volksſchulweſens überhaupt mit Berückſichtigung der örtlichen Fundationen 
und der Verbindlichkeiten dritter Perſpnen in einem für alle Gemeinden 
gleichmäßigen Verhältniß geſeßlich geregelt werden | 
6) Waiſenhäuſer. 
Gegen vie Anſäße ver Spezialetats ift nichts zu erinnern, und Jhre 
Commiſſion trägt auf Verwilligung ver exigirten - Summen von je 
52,000 fl. an (die damit verbundenen Anſtalten mit inbegriffen). 
In Beziehung auf den Etatsbeſchluß von 48*%;5 (Nr 32): 
„die K. Staatsregierung zu bitten ; ſie möchte vie dringend geboten? 
Frage der Reorganiſation der Waiſenhäuſer nach finanzieller , kir<- 
licher und pädagogiſcher Seite einer ſorgfältigen Erwägung unterſtellen,“ 
bemerkt das Kultminiſterium : 
„Welche Aenderungen in den bisherigen Einrichtungen etwa in Folge 
der von der Kammer der Abgeordneten geſtellten Petition wegen 
Reorganiſation ver Waiſenhäuſer eintreten und welchen Einfluß dieſes 
auf die Etatspoſition äußern werde , läßt ſich erft nach vem Ergebniß 
der über jene Petition eingeleiteten Berathungen beſtimmen.“ 
Auf die Bitte der Stände von 48*8%/,9 
„die Regierung möchte in -reifliche Erwägung ziehen, ob nicht die 
vorhandenen Taubſtummen anſtalten in Taudſiummen ſchulen 
verwandelt werden könnten ,“ 
iſt die auf alle Organiſationsfragen immer gleich lautende Antwort dieſe: 
„daß Berathungen gepflogen werven, welche jedoch, ſo weit ſie bis 
jeßt gediehen find , keine ſichere Grundlage für eine Aenderung der 
vorliegenden Etatöpoſ ition darbieten.“
	        

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