Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

III, Berichte. 385 
(Zum Behufe dieſer Einfügung ſtehen an ven Endpunkten der Axe 2 kleine 
Bögen feſt eingefügt ſenkrecht auf dem Hauptring, 23% Grad nach beiden 
Seiten der Axe.) Dieſe beiven kleineren Kreiſe bezeichnen nun die Tags- 
bahn der Sonne am längſten und am kürzeſten Tag, die Wendekreiſe. 
So hat alſo der Schüler auf dieſer Stufe den jährl. Layf der Sonne 
nur erft nach ihren verſchiedenen Tagesbahnen aufgefaßt. Ebenſo wird ihm 
an den ſo geſtellten Kreiſen der Monatslauf des Monds veranſchaulicht, 
von Erklärung dieſer Erſcheinungen aber , d. h. von der Zurückführung auf 
die wahre Bewegung noch nichts geſagt. Die Erklärung wird jeht erſt vor- 
bereitet, indem man zur näheren Beſchreibung des Himmelsgewölbes über= 
geht und aus der Bewegung der Sterne nachweist , wie der ſichtbaren Halb- 
kugel eine 2te unſichtbare genau entſpricht, der Himmel alſo nicht ein Gewölbe, 
wie man bisher meinte, ſondern eine hohle Kugel iſt, welche ſich um 
die Pole dreht. Dies zu veranſchaulichen , ſchraubt man in den Mittel- 
punkt der Are (alſo genau im Standort) einen Stift ein, der ſenkrecht auf 
der Ebene des Hauptrings ſteht und ſo genau auf 49* weist. 
Jett ſind die Tagsbahnen der Sonne nicht mehr Kreisbögen , ſondern 
ganze Kreiſe, Kugelſchnitte ; dieſe find, wenn fie durc< den Mittelpunkt geben, 
alle gleich, aber je mehr ſie ſich vom Mittelpunkt entfernen, immer kleiner. 
Größte Kreiſe am Himmel find ſomit der Horizont, der Scheitelkreis, 
ver Meridian, der Aequator. Dieſe ſchneiden fich gegenſeitig in (ihrem 
Durchmeſſer , halbiren ſich alſo gegenſeitig. Wir bekommen ſo eine ſichtbare 
und eine unſichtbare Hälfte des Himmels. Der Meridian macht eine öſtliche und 
eine weſtliche Hälfte, von deren jede nur zur Hälfte ſichtbar iſtz ver Scheitelkreis 
ebenſo eine nördliche und eine ſüdliche. Richtiger aber ſagt man vom Aequator, 
er mache eine ſüdliche und eine nördliche Hälfte, von welcher dieſe zum 
größern Theil ſichtbar, jene aber zum größern Theil unfichtbar iſt. 
Die Sonne aber beſchreibt jeßt jährlich einen Kreis am Himmel, die 
Ekliptik, auch einen größten Kreis, welcher den Aequator unter einem 
Winkel von 235* im Oſt- und Weſtpunkt ſchneidet, als größter Kreis den 
Aequator halbirt und von demſelben halbirt wird. (Die Ekliptik iſt auf 
einem mit der Scheibe nicht feſt verbundenen Ring von 16* Breite dem 
Thierkreis durch eine Linie bezeichnet.) Auf dieſem Ring ſind die 42 
Bilver des Thierkreiſes gezeichnet ; er muß aber frei bewegt werden können, 
weil die Ekliptik innerhalb 24 Stunden alle, möglichen Stellungen annimmt. 
Schneidet ſie den Horizont im Oſt- und Weſtpunkt, ſo ſchneidet ſie den 
Meridian entweder 25'/5,* ſüdlich vom Scheitel oder nur 47%,9 über dem 
Südpunkt u. f. f. Eine andere die Ekliptik unter 5? ſchneidende Linie be- 
zeichnet vie Mondsbahn und läßt vie Knoten erkennen. 
Jeßt iſt es Zeit, die Verſchiedenheit der Entfernung der Himmelskörper 
dem Bewußtſein nahe zu bringen: Der Mond iſt näher, als die Sonne, 
weil er zwiſchen die Erde und die Sonne treten kannz ebenſo Venus und 
Merkur. Die Sonne mit den übrigen Planeten ift näher, als die Fixſterne, 
weil dieſe durch jene beve>t werden 3 wie weit aber jeder dieſer Körper ifi, 
wiſſen wir noch nicht; vielleicht könnt Ihr ſpäter davon hören.
	        

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