Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

388 III, Berichte. 
Wenn vem Schüler zugemuthet wird, Unverſtandenes auf Treu und 
Glauben anzunehmen , ſo kommt immer ein mannigfacher Schaden heraus ; 
in dieſem Fach aber insbeſondere auch der, daß Viele auf ihr ganzes Leben 
gegen alle aſtronomiſchen Erſcheinungen verſchloſſen bleiben. Denn die Be- 
trachtung der Sternbilder zählen ſie unter die verſchollene Zeit des Ptole- 
maiſchen Planetenſyſtems. Könnte aber nur dieſer eine Gewinn erreicht 
werden, daß unſere Jugend mit forſchendem Blif zum Sternenhimmel auf- 
zuſchauen ſich entſchlöße , ſo wäre es ver Mühe werth, auf ven Unterricht 
ver math. Geogr. etwas mehr Sorgfalt zu verwenden , als es da geſchehen 
kann , wo man den Anfang damit macht, die Erſcheinung für Täuſchung 
und Trug zu erklären. 
Verzeihen Sie, meine Herren, daß ich im Eifer für vie Sache Sie 
länger aufgehalten habe, als mein anfänglicher Vorſaß war und würdigen 
Sie dieſe meine Mittheilung Ihrer näheren Prüfung. 
Anmerkung. Die unter dieſem Vortrag vorgewieſene Vorrichtung 
iſt verfertigt von H. Mechanikus Seeger in Stuttgart und bei demſelben 
um 7 fl. zu haben. Eine nähere Beſchreibung mit ausführlicherer Nach- 
weiſung und Rechtfertigung dieſes Lehrgangs findet fich in einer von meinem 
Sohn verfaßten und bei Hrn. 3. B. Meßler zugleich mit H. Seeger's 
Apparat auszugebenden 47 Seiten ſtarken Abhandlung. 
Hr. Oberreallehrer Schwenk, der dieſen Apparat nach dem Vortrag 
ſeiner beſondern Aufmerkſamkeit würdigte , machte ſogleich die Bemerkung, 
daß, wenn die Scheibe 489 Dike erhält, der untere Rand derſelben den 
Dämmerungskreis bilde. I< ſelbſt aber darf wohl ſagen, daß mir ſelbſt 
ungeachtet ich vorher durch die Betrachtung ves Himmelsglobus und anderer 
Anſchauungsmittel Alles deutlich gemacht zu haben glaubte, erſt durch dieſe 
Vorrichtung manche Einzelnheit ins rechte Licht geſebt worden iſt. Daß 
Dieſterweg und Raumer längſt dieſen Gang empfohlen haben, ſcheint 
weniger bekannt bei uns zu ſeinz um ſo mehr iſt zu wünſchen, daß kein 
Lehrer dieſes Fachs ferner durch Feſthalten am früher hergebrachten Gang 
fich in die Gefahr gebe, von ſeinen Schülern gar nicht verſtanden zu wer- 
den oder bei ihnen falſche Vorftellungen zu weden. 
ammmtnenetnemntnn in endenden emweamemmemmmmememen feld eme DARIER 
3. | 
Maturitätsprüfung in Württemberg, 
Nach einer ſo eben erſchienenen Verordnung find endlich für vas Matu- 
ritätsexamen folgende weſentliche Beſtimmungen getroffen, welche ſchon öfter 
in dieſer Zeitſchrift als nothwendig dargeſtellt worden find : 
1) Zur Centralprüfung für ven Uebergang zur Univerſität, welche wie 
bisher in der Reſidenz vorgenommen wird, werden nur Zünglinge zuge- 
laſſen , welc<e
	        

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