Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

111, Berichte. 389 
a) das 48. Jahr zurü&gelegt haben oder in den nächſten 5 Monaten 
zurüclegen , 
b) von einem Gymnaſium oder einer bis an die Univerſität reichenden 
Privatanſtalt das Zeugniß fittlicher und wiſſenſchaftlicher Reife bei- 
bringen, . 
2) Es wird eine eigene Prüfungscommiſſion , vorläufig auf 3 Jahre 
ernannt. 
Auf die Seminarzöglinge und Convictoren findet dieſe Verordnung keine 
Anwendung; und daß die Lyceen durc< 1, 6 von vem Rechte, ein Zeug- 
niß der Reife zu ertheilen, ausgeſchloſſen find , it zwar nicht in den fakti- 
ſchen Verhältniſſen der meiſten Lyceen, wohl aber in ihrer normalen (be-- 
ziehungsweiſe abnormen) Beſtimmung gegründet. 
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| 4, 
Zur geometriſchen Streitfrage. 
Herr Weller in Lieſtall hat abermals eine lange Entgegnung auf die 
Bemerkungen ſeines Recenſenten (Hrn. Prof. Baur) eingeſendet. Der 
Herausgeber dieſer Zeitſchrift glaubt daß diejenigen Leſer, welche ſich für 
ven Einen over Andern der Streitenden entſcheiven wollen, genügend in- 
ftruirt find und durch eine weitere Fortſpinnung des Streites nur ermüdet 
würden , die übrigen aber den ſparſamen Raum dieſer Blätter zwe>mäßiger 
ausgefüllt wiſſen wollen. Zudem iſt nach der Anſicht des Herausgebers 
nichts Neues in der zweiten Erwiederung des H. Weller geſagt, auch iſt 
ver Streit viel zu wenig objectiv gehalten, als daß ſeine Fortſeßung zu 
einer Verſtändigung führen könnte. Die Frage von der Erzeugung der 
Parallelen vur< Bewegung, welche dabei in den Vordergrund getreten iſt, 
wird fich übrigens dahin reduciren laſſen: 4) ob überhaupt eine ſich auf 
einer andern fortbewegende gerade Linie zwei verſchiedene Linien 
darſtelle , die erſte im erſten, die zweite im lezten Moment der Bewegung, 
ohne vaß dadurch eine geſchloſſene Figur entſteht? Dieſes 
aber vorausgeſebt, ſo fragt ſich 2) ob eine mit unveränderter Net- 
gung gegen eine andere und ohne Drehung ſich fortbewegende Linie nicht 
ſchon den Begriff des Parallelismus (mit ſich ſelbſt) vorausſeße ? 
Offenbar iſt die Gleichheit ver Neigung gegen eine dritte die weſentlich geo- 
metriſche Eigenſchaft zweier Parallelen; daß ſie ſich in infinitum verlängert 
nicht ſchneiden , nur die äußerliche und nicht einmal ausſchließliche , denn die 
Aſymptoten thun es auh. Sagt man nun: Parallelen werden auf einer 
Geraden erzeugt durch Bewegung einer andern mit unveränderter Neigung 
und Richtung , ſo iſt dies unter der erſteren Vorausſeßung (1) allerdings 
wahr; wenn man aber darin den Beweis für ven Jarallelismus geführt 
ſehen will, ſo dreht man fich im offenbarften Cirkel. Man hat nicht ein 
Düpfchen mehr als in der Definition: Zwei gerade Linien in Einex
	        

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