Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

62 1, Abhändlungen. 
gewährt ſie ein abgeſchloſſenes Ganze, an dem der Schüler ein 
Bild wiſſenſchaftlich-genetiſher Darſtellung erhält. Bei der Be- 
ſ<ränfung im zweiten Theile in der Beziehungslehre wird es 
vor Allem darauf ankommen , daß eines Theils der Schüler den 
unendlihen Reichthum der Verhältniſſe überbli>en lerne, andern 
Theils ganze Partieen vollſtändig. dur<nimmt und drittens vor- 
züglich zu ſolchen Problemen geführt wird, wel<e zum Allge- 
meinen führen, | 
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I< habe oben vier Perioden des Unterrichts feſtgeſett. 
Dieſe müſſen jezt näher <harakteriſirt werden. Mit dem ſchönen 
Geſchle<hte will ih mich dabei nicht befaſſen. Dieſes bedarf wohl 
der mathematiſchen Kultur, nicht aber der Mathematik. Wo die 
Frau zu ſchalten und walten hat, gibts wohl Brüche, Potenzen, 
Sinuſſe, Hyperbeln, Ellipſen u. ſ, w. aber keine Lehre darüber 
und am allerwenigſten eine mathematiſche, Rechne ich nun no< 
die Vorperiode dazu, ſo habe ich deren fünf zu <arakteriſiren. 
1. Das Kind kann ſeinem Standpunkte gemäß nicht unter- 
richtet werden. Das Spiel iſt ſeine Welt. Daſſelbe gibt in 
ſeinen Farben , Tönen und Formen mancherlei Bilder. Zahlen, 
Dreie>e u. ſ. w. als ſol<e, will es nicht haben , ſoll ſie nicht 
haben. Das braucht nicht bewiejen zu werden. 
9, Die Stufe der Anſchauung beginnt etwa nac< dem zurü&- 
gelegten ſechsten Jahre, alſo wenn das Kind im Allgemeinen 
Fchulpflichtig wird. Und wir müſſen ſie eher zu lang als zu 
kurz ſeen. Reflexionen ſind des Kindes Sache nicht, wenn es 
nicht an den Dingen hingehen darf. Das Erreflektirte iſt es 
nur ſcheinbar, es bleibt äußerlich , wird nicht geiſtig, und geht 
mithin bei nächſter Gelegenheit wieder verloren, und das 
geplagte Kind iſt nach dem Unterrichte in der Regel ſ<limmer 
daran als vor demſelben, denn es hat die bittere Ueberzeugung 
gewonnen, daß es. gelernt habe ohne etwas zu lernen, Für die 
Methode ergibt ſich hieraus zweierlei: erſtens ſoll der Unterricht 
an der Anſchauung hingehen und ihren Boden nie verlaſſen, 
zweitens ſich ſo bewegen, daß das Kind reflektiren und ab- 
ſtrahiren lernt,
	        

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