Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber mathematiſchen Unterricht. 63 
a. In der Arithmetik bietet ſich ganz ungeſucht das Gebiet 
der ganzen individuellen Zahlen dar. Denn nur ihnen kann eine 
unmittelbare Wirklichkeit unterlegt werden, Die Brüche ſetzen 
ſchon ein Zurechtlegen der Größen voraus. Faſt alle unſere 
Lehrbücher geben hier bis ins Einzelne gehend, ſehr gute An- 
weiſungen, Man kann ſich faſt jedem vertrauungsvoll in die 
Arme werfen, Als beſonders eigenthümlich erſcheinen mir zwei 
Arbeiten von S<holz: „die Zahldenkübungen in elementariſcher 
Allſeitigkeit mit den Zahlgrößen Eins bis Hundert angeſtellt und 
als ein Beitrag zur Vereinfachung des Rechenunterrichts, heraus- 
gegeben von Chr. G. S <olz. Breslau, Theodor Scholz, 1848, 
(126 S.)“ und „Anfänge der Bruchrechnung als Zahldenkübung 
in elementariſcher Allſeitigkeit mit den. Zahlgrößen Eins bis 
Hundert angeſtellt u, ſ, w. von Demſelben, bei Demſelben (VII. 
und 64 S.). I< enthalte mich hier aller Beſchreibung und 
weiteren Reflexion über beide Schrifthen, da ſie ſhon rühmend 
erwähnt worden ſind. Nur auf das Princip, nac< welchem ſie 
entworfen ſind, will i< hinweiſen, Der Schüler ſoll mit den 
hundert erſten Zahlen ganz und gar vertraut gemacht, ſo lange 
und. ſo umfaſſend ſtufenmäßig in denſelben herum geführt werden, 
daß er über jede Verbindung derſelben Rede ſtehen kann. Es 
kommt darauf an, daß der Schüler die Geſetze der erſten hundert 
Zahlen kennen lernt, nicht allgemeine Regeln. Erſt am Ende 
wird das Beſondere unter allgemeinen Geſichtspunkten zuſammen- . 
gefaßt und wohl zu allgemeineren Vorſtellungen, aber nicht zu 
allgemeineren Begriffen fortgeſchritten, Dieſes Princip iſt gewiß 
das richtige. Nach ihm wird das pſychologiſche Material für die 
Folge, ohne welches man ſpäter nie re<ht zu Stande kommen 
kann, da aus Nichts bekanntlih nichts zu werden pflegt, ge- 
wonnen, Abſtraktionen, die nicht dur< viele, ſehr viele Con- 
cretionen erzeugt werden, werden nicht eins mit der Seele, ſondern 
freſſen ſic ihr ein wie Holzböke, oder auc< das nicht einmal, 
Ih habe die hieher gehörigen vorhandenen Bücher gut 
geheißen ; gleihwohl muß ic no< folgende Bemerkungen machen. 
1. I< halte es für unzuläßig von Subtraktion und Divi- 
ſion zu reden; und zwar nicht etwa , weil es Worte einer fremden 
Sprache ſind, ſondern weil ſie die Einſiht und Ueberſicht er-
	        

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