Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

66 1 Abhandlungen. 
Verhältniſſe berühren oder in der hypothetiſchen Form auftreten, *) 
-Wenn man nicht im Stande iſt , lauter wirklihe Fakta zu be- 
rechnen oder berechnen zu laſſen, ſo muß man wenigſtens wahr- 
ſheinlihe nehmen, Die meiſten Bücher jedo<Mm enthalten eine 
Menge Dinge, welche dem geſunden Menſchenverſtande, ja ſogar 
der Sittlichkeit Hohnſprehen. Da wird von Kaufleuten und 
andern Menſchen erzählt, und fragt man ob es möglich ſeiz ſo 
findet man die Antwort : die Menſchen, wel<he ſol<he Kontrakte 
ſchließen können u, dergl. ſind entweder dem Tollhauſe entlaufen 
pder nehmen es mit der Sittlichkeit ihres Handelns nicht gar ge- 
nau oder leiden an beiden, an Dummheit und Schlechtigkeit 
zuglei<. Der aufmerkſame Lehrer, wel<her ſeine Umgegend und 
die Verhältniſſe der Menſchen derſelben mit Liebe und Vertiefung 
beträchtet, findet gewiß ſo viel praktiſchen Stoff als er braucht, 
Nimmt er dazu noch das gute Allgemeine aus andern Rechen- 
aufgaben-Sammlungen, ſo kann er ſich eine Aufgaben-Sammlung 
anlegen, welche für ihn paßt und das empiriſche Intereſſe wirk- 
lim zu weken im Stande iſt, weil ſie wirkli< Praftiſches ent- 
hält. Freilih wird eine ſol<e Aufgaben - Sammlung nur für 
einen kleinen Umfreis brauchbar ſein. Aber das ſchadet nicht. 
Vielleiht dürften die Lehrer eines ſol<en Diſtrikts zur Bear- 
beitung ihrer Sammlung zuſammentreten und alle an der BVer- 
beſſerung der neuen Auflagen arbeiten. 
Auf jeden Fall thut man beſſer, ſich mit dem Wenigen zu 
beznügen, was man hat, als ſol<e unwahren Aufgaben vorzu- 
nehmen und ſim auf die Verbindung des Re<hnens mit den 
andern Unterrichtsobjekten zu verlaſſen. So laſſe i< in der Regel 
das Nechnen eine Zeit lang ganz liegen, wenn ich aſtronomiſche 
Geographie zu lehren habe, und laſſe in dieſem Gebiete tüchtig 
vehnen. Der Tadel ver Unwahrheit trifft in der Regel die 
älgebraiſhen Aufgaben nicht, weil man ihnen meiſt anſi eht, daß 
ſle als Kunſtſtüf<hen erſcheinen wollen, 
--In Bezug auf das lette, daß die Aufgaben „rein“ ſein 
ſollen, bemerkt Scholz: **) „Außerdem iſt dabei auf die Bildung 
des fi ttlichen Gefühls ſorgfältigſt Rücſiht zu nehmen. Bei 
-.---mmen mmm 
*) Allg. -Shulzg. 1845, Nr. 1434. 
A. a. O
	        

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