Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

70 1, Abhandlungen. 
liße. Man geht von 1 zu 2, zu 3 u, ſ. w. fort bis zu 10. 
Von jetzt an aber tritt beim Schüler ſchon das Gefühl des Fort- 
ſc<hritts ein und man kann, was die einfachen Aufgaben anlangt, 
getroſt fragen ; „wel<e Aufgaben kommen jetzt an die Reihe 2“ 
ohne daß man eine falſche Antwort erhält. Natürlich wird nicht 
beſchrieben, welche Art es ſei, ſondern einfach ein Beiſpiel gegeben, 
b. Bon einem vorbereitenden Unterrichte in der Geometrie 
wollen Viele nichts wiſſen, obgleiß wir mit aller Gewalt darauf 
hingewieſen werden. Die Geometrie fordert von ihrem Schüler 
eine geübte Phantaſie, das Geſchi> die Geſtalten ſchnell aufzu- 
faſſen und ſchnell von einem auf das andere über zu gehen, Der 
Verſtand ſchreitet lahm und ermüdend von einem Element zum 
andern, die Phantaſie durchläuft das Gebiet mit Eile, und ohne 
ſie verliert der erſte Unterricht in der eigentlihen Geometrie einen 
ſeiner mächtigſten Hebel. Aber die Phantaſie iſt nicht von ſelbſt 
in dem Knaben, ſondern muß abſichtlich herangebildet werden. 
Wir ſind mithin auf einen geometriſchen Anſchauungsunterricht 
hingewieſen. Die Betrachtung geometriſcher Verhältniſſe iſt bei 
Weitem ſchwerer als die arithmetiſcher, daher können wir uns 
leiht gefallen laſſen, daß der geometriſche Unterricht auf der 
erſten Stufe wegfällt und durch einen andern beſorgt wird, Zur 
Uebernahme dieſes Geſchäfts eignet ſich keiner mehr als der 
Unterricht in der Heimathsfunde, dur< dieſe wird der Unterricht 
in der Geometrie von ſelbſt vorbereitet. Denn ſie betrachtet an 
den heimathlichen Berhältniſſen Größen, Lagen, Geſtalten. Ja 
dieſe bilden zeitweilig den alleinigen Gegenſtand des Unterrichts. 
Da gibts gerade Linien, krumme Linien von verſchiedener Art, 
Winkel und dazugehörige Kreisbogen und allerhand gerad- 
krumm- und gemiſcht-linige Figuren. Es wird ferner gezeichnet, 
wobei es darauf anfommt, daß die Geſtalt feſtgehalten, die 
Größe aufgegeben wird , gerade und krumme Linien und Flächen 
werden gemeſſen und mit einander verglichen; ja ſogar zu Coor- 
dinatenſyſtemen hat man Beranlaſſung. Sie liegt z. B, in der 
täglichen obe? jährlihen Wärme, wozu man natürlich blos die 
Mittagswärme brauchen kaun, indem man die Wärme als eine 
Funftion der Zeit anſteht, Die Kinder machen die betreffenden 
Beobachtungen und Zeichnungen mit großer Freude. Das Ma-
	        

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