Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber mathematiſchen Unterricht. 7L 
terial der Heimathskunde, bietet alſo auch die Grundformen der 
Geometrie, und wenn ſie noc< beſonders darauf achten will, daß 
ſie geometriſche Vorbereitung mitzugeben hat, ſo wird ſie ihr 
Geſchäft zu allgemeiner Zufriedenheit vollführen können, Frei- 
lich wollen ſich Viele nicht mit. der Heimathsfkunde befreunden, 
Dieſen bleibt nichts übrig, als entweder ſich mit dem geogra- 
phiſchen Unterricht zu behelfen oder geometriſchen Anſchauungs- 
unterricht eintreten zu laſſen. ,. 
3. Mit dem zehnten Jahre wird der Junge ein anderer. 
Er kann jeßt das ganze Gebiet noch einmal durchlaufen, Regeln 
werden gewonnen , ihre Richtigkeit nachgewieſen , Beweiſe geführt. 
Die termini technici mit ſtrenger Definition treten auf, Aber es 
geht auch ſtofflich weiter. | 
a. In der Arithmetik bietet ſich zunächſt die Bruchrechnung. 
Dieſe iſt auf vielfache Weiſe vorbereitet, Unzählige Verbindungen 
der Multipla aliquoter Theile der Zahlen, und die anſchauliche 
Auffaſſung der Brüche mit kleineren Nennern iſt vielfa< da 
geweſen. Nachdem man alſo die Abſtraktionen gemacht, die 
Operations- und Zahlbegriffe tüchtig geübt hat, kann man zur - 
Bruchre<hnung fortſchreiten. Und jetzt können die Kinder voll- 
ſtändig am Fortſchritte theilnehmen. Denn jeßt haben wir zwei 
Begriffsreihen : 1) Addition, Subtraktion , Multiplikation , Divi- 
ſion, 2) ganze Zahlen, Brüche. Die Schüler machen, wenn 
man ihnen das Bedürfniß wet , ſogleich folgende Dispoſition : 
I. Ganze Zahlen und Brüche : 1. Addition, 2. Subtraktion, 
3. Multiplikation , 4. Diviſion, 11. Brühe und Brüche: 1, Ad- 
dition, 2. Subtraktion , 3. Multiplikation , 4. Diviſion, Jett 
meſſen ſie an jeder Stelle, wie es oder wohin es weiter gehen 
ſoll. Aber aus dem Begriffe heraus zu entwickeln iſt nicht zu- 
läßig. Der Knabe abſtrahirt blos. Es müſſen eine Reihe von 
Erſcheinungen vorgeführt und aus dieſen die Regeln und allge- 
meinen Geſetze abgeleitet werden. Dabei ſind alle Eintheilungen 
der Brüche von vornherein nutzlos. Sie ergeben ſich von ſelbſt 
beim Fortgange der Uebungen, Nachdem das Schema aufgeſtellt 
iſt, heißt es: „welche Aufgabe haben wir zuerſt zu löſen ?" -- 
„ywWir haben einen Bruch und eine ganze Zahl zu addiren,“" =
	        

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