Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber mathematiſchen Unterricht. 77 
zu führen, wäre Zeitverſchwendung. Da auc<<h Niemand ein be- 
ſonderes Gelüſte zu ſpüren ſcheint, dieſe Führung zu überneh- 
men , ſo darf ich mir den Beweis meiner Behauptung erlaſſen. 
III. 
Es iſt no< der Bli> zu werfen auf die verſchiedenen Bil- 
dungsſtufen , auf welche die Menſchen ihrem Berufe zu genügen 
geſtellt werden müſſen. Dieſe Behauptung mag freilich Vielen 
etwas keßzeriſm; vorkommen. Denn das Schwärmen darnach, 
daß alle gleich erzogen und unterrichtet werden ſollen, ſcheint 
allgemeiner zu werden: da ſoll von keiner Standesbildung mehr 
die Rede ſein, ſondern nur von einer allgemeinen Volksſchule 
d. h. von einer Volksſchule , in welcher der Begriff der Volks- 
claſſen „aufgehoben“ iſt, Gleichwohl kann ich für meine Perſon 
von dem alten Spruche nicht laſſen; „non scholae 8ed vitae.“ 
Die Schule, wel<he einen Theil des Erziehungsgeſchäfts beſorgt, 
hat wie ſchon angedeutet, den Schüler ſo weit zu bringen, daß 
er den Anforderungen der Sittlichkeit in ſeinem Lebensfkreiſe ge- 
nügen könne und die Stelle ausfülle , welche er einmal einnehmen 
wird. Deßhalb hat die Schule die Lebenskreiſe aufzuſuchen und 
ſiH nach denſelben zu gliedern. *) Gleichwohl läßt ſich eine 
Summe des Wiſſens ausſcheiden, welche jeder nach irgend einer 
Richtung individuell fortſchreitenden Bildung als Fundament dient 
und welche allen zu Erziehenden mitgetheilt worden ſein muß, 
ehe an eine Divergenz gedac<t werden kann. Deſhalb ſpaltet 
ſich die Sc<ule. zunächſt in die Elementarſchule und die Schule 
im engern Sinne, | 
1. Sehen wir die verſchiedenen Penſa an, welche wir feſt- 
geſeßt haben, ſo bemerken wir ſogleic< , daß das erſte d. hb. die 
Lehre von den ganzen Zahlen einerſeits und die geometriſchen 
Betrachtungen an den Gegenſtänden der Heimathskunde die 
weſentliche Vorausſezung jedes ſpäteren Unterrichts iſt. Die 
Bruchrechnung welche S< ol z haben will, iſt nur dann zuläßig, 
wenn ſie auc< auf den ſpäteren Stufen ſich als nothwendig 
herausſtellt. Da ſie das nun thut, wie jedermann bekannt iſt, 
*) Vergl. Allg. Sculztg. 1847, Nr. 457,
	        

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