Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber mathematiſchen Unterricht, 79 
der Flä<hen und Körper vollkommen aus, Somit beſtimmt ſich 
das Penſum der Volksſchule ſehr ſcharf. Es entſteht daher die 
Frage, ob die übrigen Theile als Combinationslehre, Zahlen- 
lehre , Algebra und die Art von Buchſtabenrehnung , welche in 
B, Il, 4 genannt worden iſt, ſowie alle Lehren aus der Geo»- 
metrie der Lage zu erlaſſen ſeien. Man erläßt ſie gewöhnlich, 
aber gewiß mit Unre<ht. Denn da der Menſc<h in ſeinen An- 
gelegenheiten ſelbſt remGnen und auch denen nachrechnen ſoll, 
welche mit ihm zu thun haben, ſo ſind ihm zum wenigſten die 
einfachſten Säge über Flä<hen - und Kubikinhalt beizubringen, 
wobei natürlih an Jncommenſurabilität nicht zu denken iſt. Für 
die Beurtheilung und leichte Auffaſſung der Größenverhältniſſe 
wird aber der ſicherſte Grund gelegt dur< die Formenlehre. 
Daher iſt auc< ſie gefordert, Sehen wir nun endlich die Re- 
ſultate der Geometrie an, welche mehr oder weniger allgemein 
gefaßt werden, ſo ſcheint es wünſchenswerth zu ſein wenigſtens 
noc<h ein Beiſpiel allgemeiner Auffaſſungen d. h. ein arithmeti- 
ſches zu haben. Dies wird durc< die Buchſtabenrehnung ge- 
boten. Es dürfte demna< für die Volksſchule als Penſum 
B, II, 3. 4 feſtzuſetzen ſein, 
- Db. Die Realſchule hat ihre Schüler durch die ganze Ele- 
mentarmathematik hindurc< zu führen und ihnen auch eine Ein- 
leitung in die höhere zu geben. Das geſchieht faſt überall. 
Daher habe ich hier nichts darüber zu ſagen. Nur auf ein 
Buch muß ich hier aufmerkſam machen! „Einleitung in die 
Diſfferential- und Integralrechnung von Carl Snell, 1r Thl.t 
Vom erſten Differentialquotienten, Leipzig , BroFhaus, 1846 
(XXIV u. 374 S.). Dieſes Bu< gibt ein treffliches Beiſpiel 
der Methode, welche i<h oben gefordert habe, im Einzelnen. 
Wir begegnen dur<weg ſcharfen beſtimmten Begriffserörterungen, 
welhe das Weſen der Sache aufſchließen, nicht ſich hinter 
leere Formeln verſteen, Eine Beſprechung deſſelben würde zu 
weit führen. 
ce. Dem Gymnaſium wird im Allgemeinen das Recht ab- 
geſprochen , in die höhere Mathematik hinüberzugehen, I< er- 
laube es ihm, ja fordere wenigſtens, daß dem Schüler in der 
leßten Zeit die allgemeinen Methoden der höheren Mathematik
	        

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