Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber Unterrichtsweiſe und Lehrmittel der lat. Sprache. 
Von Gebh. H. Högg, Gymnaſiallehrer in Ellwangen, 
 
Der heftig geführte Streit zwiſchen den Anhängern der 
Hamiltonſchen und den Bertheidigern der nach und nach allgemein 
üblich gewordenen grammatikaliſchen Lehrweiſe, ſcheint zu ruhen. 
Iſt etwa der Feind , der dem Alten den Umſturz drohte, beſiegt? 
Allerdings mußte er ſich vor der Uebermacht der Gewohnheit 
nicht der der beigebrachten Gegengründe zurückziehen. Statt ruhig 
zu prüfen, erklärte man die etwas marktſchreieriſch angeprieſene 
neue Methode theils für baaren Unſinn , theils für einen gefähr- 
li<en Feind der Jugendbildung. Unter den wenigen Gelehrten 
und Schulmännern, welche Hamiltons Lehrweiſe einer genaueren 
Betrachtung würdigten, ſcheint zwar wieder die Mehrzahl zu 
verneinen, daß ſich dieſelbe auf den Unterricht in den alten 
Sprachen anwenden laſſe; aber dieſe Gegner (wenn man ſie 
ſo nennen darf) de>ten do< auch die Mißgriffe des ſeitherigen 
Lehrverfahrens auf, und ſuchten zum Theil einen beſſern Weg 
zu bezeihnen. Zu den Hervorragendſten unter den Lexztern ge- 
hört unſtreitig Dr. Ernſt Ruthardt, Seine Schrift „Vor- 
ſ<lag und Plan einer äußern und innern Vervoll- 
ſtändigung der grammatik. Lehrmethode. Breslau 
1841,“ hat befanntlih großes Aufſehen erregt; nicht nur eine 
Menge Abhandlungen und Beurtheilungen in Programmen und 
Zeitſchriften folgten derſelben , ſondern das preußiſche Unterrichts- 
miniſterium forderte auch von allen Gymnaſien Gutachten ein, 
und es ward ſofort na< Einſendung derſelben (1843) die. An- 
wendung des Ruthardt'ſchen Vorſchlags geſtattet und empfohlen, 
No< weiter ging die baieriſche Regierung. Nachdem ſie mittelſt 
Pädag. Vierteljahrsſchrift. YI1. “ 6
	        

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