Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber Unterrichtsweiſe und Lehrmittel der lat. Sprache. - 85 
R uthardt gibt ebenfalls zu , „daß der Schüler am bloßen 
Schema die Form nicht lerne, wenn ſie ihm ohne Jnhalt vorge- 
führt werde.“ Beide mögen alſo. dem obigen Sate zuſtimmen, 
zumal in Verbindung mit den folgendenden Sätzen 2. und 3. d, 
2, Das erſte Hülfsmittel beim Anfangsunter- 
: richt iſt ein für dieſen Zwe> eingerichtetes 
Schulbuch. In dieſem müſſen die einzelnen 
Biegungs-. und Satzformen na< ihren haupt- 
ſäc<hlichſten Aehnlichkeiten und Verſchieden- 
heiten dargeſtellt erſcheinen, | 
Ruthardt qa, a. O. 8. 373. „Es fragt ſic<, ob ein Meh- 
reres überhaupt ein wahres Unterrichtsbedürfniß ſei. Die Auf- 
ſtellung abgeriſſener Deklinations - oder Conjugationsformen in 
Elementarbüchern (silyvae --- po&tam -- fabularum) iſt ein Ver- 
fahren, das in die extreme Präparations- und Schreibmethode 
gehört z man braucht aber darum nicht ſogleich in das entgegen- 
geſete Extrem überzugehen , welches keiner Form anders als 
im Sate aufzutreten geſtattet. 8. 89. Für die unterſte Stufe 
dürfte Eine bis zwei Seiten (leihter Sätze) hinreihen, um 
daran die einfa<hſten Sprahverhältniſſe zum Bewußtſein zu 
bringen. Es verſteht ſim von ſelbſt, daß der Lehrer dieſelben 
Wörter und Sätze zu mannigfa<em Gebrauche verwendet, Dieſes 
Zurücfehren zu den nämlichen Beiſpielen und Sätzen muß der 
Behandlung des Erlernten in den ſpäteren Claſſen ähnlich ſein 
und dadurc< zugleich auf dieſe vorbereiten. 8. 370. Das Ein- 
prägen ins Gedächtniß fände ſich von ſelbſtz ein Feſt- 
halten für die Zufunft wäre nicht erforderlich.“ 
3. a. Der Lehrer gibtſelbſt und zwar mündlich die 
Ueberſezung möglichſt wörtlich. Das Buch 
darf keine Ueberſetzung zwiſchen den Zeilen 
enthalten, au< keine Erkflärungder einzelnen 
Wörter und Formen weder über, no< unter 
dem Lehrſtüe, nom am Ende des Buches. 
(vergl. 5.) Das Vorüberſetzen bezieht ſich na- 
türlich nur auf diejenigen Wörter und For- 
men, wel<heder Shülerno< nicht wiſſenkann,
	        

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