Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

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Ueber Unterrichtsweiſe unb Lehrmittel der lat. Sprache, 91 
für den Schüler die Grundlage und der Ber- 
einigungspunktallesſeinesſprac<hlichen Wiſ- 
ſens werden.“ - 
„Und dieſes Einüben und Erlernen ſolcher Sätße wird wäh- 
rend des ganzen Lehrcurſus der Claſſe fortgeſeßt, daß der vor- 
hergehende Satz immer zum Folgenden hinüberleitet.““ R. 
11, Au<h in der nächſtfolgenden Claſſe werden 
dieſelben Sätze durch häufige Bezugnahme 
dem Gedächtniſſe bewahrt. 
Ruth, „Deßhalb ſoll auch jeder Lehrer in der dafür be- 
ſtimmten Stunde ſeinen Claſſencurſus mit einer Repetition der 
in der vorhergehenden Claſſe erlernten Sätze beginnen und dann 
erſt zur Einübung neuer Sätze fortſchreiten.“ Jahn: „Auch 
gegenwärtig iſt es ein gewöhnliches Hülfsmittel, daß man bei 
ſchwierigen ſprachlihen Erörterungen irgend eine Stelle 
eines Schriftſtellers zu Grunde legt und an ihr das Sprachge- 
ſes>in der äußern Erſcheinung zeigt; aber die dafür gebrauchte 
Stelle wird im Unterrichte kein Normalſaß für wiedervorkom- 
mende Fälle, ſondern es werden dann, wo nicht von demſelben 
Lehrer , do< von denen anderer Claſſen wieder andere Stellen 
zur ſinnlichen Erörterung gebraucht.“ 
12, Das Auszeichnen ſol<her Muſterſätze geſchieht 
auch in den mittlern und obern Elaſſenz aber 
das Wiederholen und Wiedergeben derſelben 
wird von den Schülern nur ſo lange verlangt 
bis ſie im Stande ſind, überhaupt muſtergil- 
tige Sätze bei jeder Regel anzuführen, und 
auch längere Stellen frei vorzutragen, 
R. dagegen: „Das Erlernen ſolher Sätze geht durc< alle 
Claſſen bis zur Prima hinquf fort, nur daß dieſelben immer 
gtößer und ſchwieriger werden, die Erflärungs- und Deutungs- 
rüdfichten fich vermehren und ihre Anwendung allſeitiger und . 
umfäſſender wird." Aber jedenfalls mit Recht verlangt derſelbe: 
„Es darf die Zahl der Sätze die Faſſungskraft des 
Gedächtniſſes nicht überſ<reiten; darum wird die
	        

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