Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Ueber Unterrichtsweiſe und Lehrmittel der lat. Sprache. 95 
nicht zur Sprache kommt, unbeachtet bleiben, und Vieles in die 
lateiniſche Grammatik hereingezogen werden ſoll, was nicht in 
dieſe gehört.) c) Das Syſtem derſelben darf von dem 
der übrigen Sprahlehren, welche in einer Anſtalt 
eingeführt ſind, nicht weſentlich verſchieden ſein, 
 
Nac<bemerkungen, Was die übrigen Säzße im Allge- 
meinen betrifft, ſo wird es no<, auch wenn ſie die Zuſtimmung 
aller Lehrer einer Anſtalt erhalten, auf deren Anwendung und 
folgerichtige Durc<führung anfommen, daß dur< ſie derjenige 
Erfolg erreicht werde, den wir uns von ihnen verſprechen, -- 
Im Beſondern iſt gegen Satz 1. der Einwurf gemacht worden, 
daß es gleichgiltig ſei, ob das Schema zuerſt gelernt werde und 
dann ſogleic<ß die Beiſpiele folgen, oder ob umgekehrt verfahren 
werde, Wenn mit Recht gefordert wird , daß auf dem Gym- 
naſium der Unterricht in den fremden Sprachen nicht blos das 
Erlernen derſelben , ſondern vorzugsweiſe die Entwieelung und 
Bildung des Geiſtes ſich zum Ziele ſee, ſo muß auc< jedes der 
Mittel , die zu dieſem Ziele führen und die dieſer Unterricht in 
ſich trägt, benüßt werden. Solc< ein weſentliches Mittel iſt 
gewiß das Erkennen, Vergleihen und Unterſcheiden, Und dieſes 
Mittel , das bei der üblichen Lehrweiſe in dieſem Theile ver- 
loren ging, ſoll gerade dur< die Säke 1-=- 3 in Anwendung 
kommen. -- Für diejenigen, welche fürc<ten, daß hierdur< die 
Erlernung der Biegungsformen allzuſehr verzögert werde , diene 
zur Beruhigung, daß bei dem in S, 1--4 angedeuteten Ber- 
fahren nicht nur ein in anderer Hinſicht ſchnelleres Fortſchreiten 
erfolgt, jondern auc<h die ganze Formenlehre (das Unregelmäßige 
abgerechnet) in 5--6 Monaten vorgenommen und geübt werden 
kann, vorgusgeſetßt, daß die Schüler über 10 Jahr alt ſeien, 
Schüler unter dieſem Alter mögen freilih 1!/, --2 Jahr dazu 
nöthig haben, wie es ja im Grunde genommen auch bisher nicht 
ſchneller ging, wo man mit Wiederholung der voraus erlernten 
Formen ſo beträchtliche Zeit verlor. 
Zu Satz 4. Au dieſer Saß iſt keineswegs gleichgiltig, 
ſondern vielmehr einer der wichtigſten z er ſoll nämlich einem 
der größten Uebel ſteuern , welches no< in ſehr vielen Schulen
	        

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