Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

96 I. Abhandlungen. 
das Erlernen der Sprache hindert und Schüler und Lehrer um 
die Früchte ihres Fleißes und den Segen ihrer Mühe bringt. 
Mit Recht ereifert ſicih Ruthardt über die Präparations- 
hefte, in denen man ſogar von den beſſern Schülern die be- 
kannteſten Wörter aufgeſchrieben, ſogar ein und daſſelbe Wort 
öfters und ſchon auf der nächſten Seite wieder findet. 
Derſelbe Satz 4., ſowie 5. 6. 8,, ſoll auch no< einem 
andern nicht minder verderblihen und eben ſo häufigen Uebel 
vorbeugen, nämlich der unzeitigen und zum Theil unredlichen 
Benükßung geſchriebener und gedruter Ueberſezungen. Die 
größte Wachſamkeit das ſtrengſte Verbot vermag nicht zu ver- 
hindern, daß ſie von Hand zu Hand überliefert und ſogar bei 
Prüfungen heimli< gebraucht werden und dadurch ein ſicheres 
Urtheil wo nicht unmöglih machen, doh ſehr erſchweren. Es 
iſt eines der traurigſten Zeichen unſerer ſittlihen Zuſtände , daß 
ſich ſo viele Jünglinge nicht ſcheuen und ſchämen, ſolche und 
andere unerlaubte Mittel anzuwenden, um da als fähig befun- 
den zu werden, wo ſie für<hten müſſen, daß ihre Kenntniſſe nicht 
zureihen. Woher kommt dies ? Es mag ſein, daß die Art des 
Prüfens, unbillige Anforderungen und andere Urſachen dieſes 
Uebel nähren; aber eine der erſten Quellen deſſelben liegt un- 
zweifelhaft in der bisherigen Unterrichtsweiſe ſelbſt. Um ſo 
mehr muß man ſich zu einer baldigen Aenderung und Verbeſſe- 
rung derſelben aufgefordert fühlen,
	        

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