Full text: Ethische Kultur - 28.1920 (28)

am 4. 11. 15 jed. Monats, 
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Bertin. 80. 16, Runge- ] 
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Halbmonafkslſ<rift für etbilc< - [oziale Reformen. 
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Begründet von Georg von Eizycki. | 
Mit der Monaösbeilage „Kinderlans““, Blätter für ethiſche Jugenderziehung, und der Vierteljahrsbeilage 
»Weliliche Schule“, (Mitteilungen des Deutſchen Bundes für weltliche Schule und Moralunterricht). 
Herausgegeben von 
Dr. Rudolph Penzig. 
Verlag: Verlag für ethiſche Kultur Richard Biebec Berlin 80. 16, Rungeſtraße 25--27. 
Die Verſendung erfolgt von GottesBberg« 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
KXVIIIL Jahrgang. 
Berlin, den 1. Januar 1920. 
va. 1. 
 
 
 
 
Abdruck iſt, ſoweit nicht ausdrücklich unterſagt, nur mit vollſtändiger Quellenangade geſtattet. - 
 
 
 
 
 
 
"Anhalt. 
Zum inneren Frieden. Von Mathilde Plan>. 
5 Jahre Erſte Oeffentliche Leſehalle. Von Bona Peiſer. 
Die -Vo:. kshochſchule im neuen Deutſchland. Von Dr. Max Apel. 
Streiflichter : in . 
Der Nußen gewerkichaftlicher Schulung in den Soldatenräten. 
Inſerate. 
 
 
Bum. inneren Zirxiedetn. 
Von Mathilde Pland>d 
Man braucht ni<ßt einmal Deutj<er zu jein, um 
einzuſehen, daß der Friede nicht auf d em Wege ge- 
fichert werden kann, den - unjere Feinde eingeſchlagen 
haben. Au den neutralen Völkern iſt dies ohne wei- 
iere3 flax. Solange die europäiſche Gejanttichuld am 
Kriege von jenex Seite geleugnet und. alles Unrecht 
auf den Unterlegenen gehäuft wird, ſolange iſt auch fein 
erträgliches, geſchweige denn cin friedliches Verhältnis 
unter den Völkern möglich. | 
| Was aber von den Beziehungen dex Staaien zuU- 
einander gilt, das wiederholt ji in der Stellung dex 
verſchiedenen Parteien und der Stände innerhalb des 
einzelnen Volkes. Wieder einmal iſt cs das Schic>jal 
der Deut] 
den, die nigt vergänguniSvolier und gefährlicher jein 
fönnien, der große entſcheidende Kampf um ein neues 
Recht, um eine neue Grundlage des geſamten Lebens 
ausgcfo<ten werden muß. 
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe muß zuerſt der Gedanke 
zum Durchbruch kommen, der dann weitergreifend aum 
die ſtaatlichen Beziehungen umbilden wird. 
(3 verträgt fich ſchlecht mit der Würde eines 929= 
ßen Volkes, dem Auslande gegenüber vol von Der 
Schuld ſeiner vormaligen Regierung zu reden. Die 
allgemeine Erfenninis der Kriegzurſachen iſt nol- 
weridig. Am wenigſten jedo< dürfen wir ſelbſt uns die 
bittere Wahrheit erjpare:r. Unter allen Umſtänden 11 
unſer Weg in die Zukunft ſteinig und dornonvoll. Itur 
die Wahl ſieht uns frei, ob er wieder in die Wildnis 
oder ob er uns zur lichten Höhe emporführen wird. 
Wir erinnern un8 au da8 Wort icnes engliſchen 
Staat8manne3, der den Krieg al38 ein Geſchäft bezeichnet 
hat. Der Mann iſt aus der Rolle gefallen. Bekannt- 
fi< hat England immer nur aus ſelbſtloſen, rein ide- 
alen Beweggründen Kriege geführt. Aber wir müſſen 
das Verhalten Englands der ewig waltenden Gerechtig- 
 
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bei&umenden Tatiachen ift, daß au< wir Ihn 
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<ben, daß auf ihrem Boden und unter Zuſtän= . 
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Hier, bei der Neubildung 
 
feit anheimgeben. Uns geht die Frage an: Jit nicht 
auch vielen Deutſchen der Krieg ein Geſ<mäſt gewejen? 
Cin gutes Gel>aft? Während des ungeheuren Blut- 
"vergießens und dex wahnwigigen Zerſidrung, während 
ihre Brüder fürs Vaierland fielen, während zahlreiche 
Volfs8genoſſen Mangel litien. wußten j1ic durc< jtetiges 
Steigern dex Preiſe, durh „AusSnußung der Konjunk= 
tur“ Rieſenjummen in ihre Taſchen zu leiten. Nach 
außen wurde der Sache . ja auch ein hübiher WManxzel 
umgehängt. Wohl war der Weltſrieg dem Volte ein Ver- 
teidigungstrieg. Aber das Intereſſe der „Kaptrialiſien“ 
iſt bald darüber hinausgegangen. | 
Doch das WeſentliGe an dieten iiefirau 
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Kriege ein Händlervolf (der ebrlice Handel 
nicht angefochten werden) geworden waren. 
taliftiſche 9oder HandelSgeiſt war, wie 11 Der gan: 
jo auch bei uns, auf die Spite gerieben. Der Händ- 
[eorxgeift in jeiner Reintüliur 1 5 
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das Geſicht vortrefflich wahren. 
D63 Kapital, der Händlergeiti, will die 
auSbenten. Al3 auch das deutſche Volt daran feil vs ] 
Ito und fwigenden Anteil gewann, da mußte der Weli= 
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Erieg Fommen. Und als die unterſte bedrüdie Schicht des 
cenen Rolfes ihren Anfpruß an Geld und Genuß an= 
meldete, da war der Bürgerkrieg da- Nun iſt keins 
Möglickeit des Fricden3, nicht im inneren und nicht 
ßen, wenn micht der Grundfchler der ſeitherigen 
nad auß 
Entwieklung klargelegt ift. 
Renn am Familientiſch, bei den jekt fo beicheide- 
nein Maßlzeiten, jeder nur an ſich denken wollte und 
fic gar nicht2 um die anderen kümmerte, jo würde der 
Streit nie aufhören. Ebenſo wenig kann im wiri- 
ſhaftlihen Leben Friede und Ordnung herrichen, wenn 
jeder das meiſte und beſte für ſic haben will. Au die 
Sozialdemokratie, obſchon der abgeſagte Feind des Ka-
	        

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