Full text: Gymnasium : Zeitschrift für Lehrer an Gymnasien und verwandten Unterrichtsanstalten - 7.1889 (7)

1. Juli 1889, 
 
-Zeitschrift für Lehrer an Gymnasien und verwandten Unterrichis -Anstalten, 
Unter Mitwirkung 
Yon 
Ph. Plattner in Wasselnheim und d. Plaſsmann in Warendorf 
herausgegeben von 
Dr. M. Wetzel in Paderbora. 
Verlag von Ferdinand Schöningh in Paderborn. 
Zweigniederlasgungen : Münster i. W., Prinzipalmarkt 1. Osnabrück, Domhoxt. 
Krscheint am 1. und 16. eines jeden Monats. Preis für das Vierteljahr MK. 2,00. Bestellungen nehmen alle 
Buchhandlungen und Postanstalten an. Anzeigen für die 38SPp. Petit-Zeile 25 Pf. 
 
 
Inhalt: 
Über den Wert eines einheitlichen Verfahrens der : Graesers Schulausgaben klass. Werke, Heft 1--34. 
Lehrer für Erziehung und Unterricht, 11. -- Hölders Klassikerausgaben für den Schul- 
(Kniffler.) - gebrauch. Heft 1--19. (Haehnel.) 
Recensgionen: Programmschau (Deutsch-Üsterreich 1888): 
Frick und Meier, Lehrproben und Lehrgänge. Zur Pädagogik und Methodik. Zur griechischen 
Heft 14-- 18. (Vockeradt.) und lateinischen Sprachwisgenschaft. Zur römi- 
Caes. b. Gall., erkl. v. Walther. 3. und 4. Heft, Schen Litteraturgeschichte. Zu griech. Schrift- 
(Widmann.) Stellern. (Golling.) 
Wartenberg, Lehrbuch der lat. Sprache. Kursus | Zeitschriftenschau. -- Büc bergchau. 
der Sexta. (Huckert.) Nachrichten. (Offene Lehrerstellen.) -- Anzeigen. 
 
 
 
| Über den Wert eines einheitlichen Verfahrens der Lehrer 
für Erziehung und Unterricht. 
(Bechlulſs.) - 
Ähnlich steht es mit der Höbe der An- | Der andere stellt Strenge Anforderungen, 
forderungen, welche an das Wissgen der | indem er auf Grund des durchgenommenen 
Schüler gestellt werden. Wie ungleich Sind die- | grammatischen, Stilistischen und Lektürestoflfes 
Selben bei verschiedenen Lehrern? Der eine | eine Arbeit vorlegt, die der Schüler nur dann 
begnügt Sich damit, daſs dieselben notdürftig | richtig ausführen kann, wenn er dem Unter- 
das lernen, was das Pensum Sgeiner Klasse | richt unausgesetzt mit Seiner Aufmerksamkeit 
iSt; auf das VYorausgegangere legt er wenig | gefolgt ist. Damit verbindet Sich in der 
oder gar kein Gewicht, der andere fordert | Regel eine Scharfe Aufsicht, die es unmöOg- 
ein Wisgen und Können, welches Sich auf | lich macht, auf unredlichem Wege zu einer 
der Gesamtheit des vorhergehenden Lehr- genügenden Lösung der Aufgabe zu gelangen. 
Stoffes aufbaut. Damit hängt auch die größsere | (Daſs es auch Solche giebt, welche es recht 
oder geringere Strenge bei den Klausur- | wohl leiden, daſs bei den Schriftlichen Arbeiten 
arbeiten zusammen. Der eine Lebrer giebt ein mäſsiger Austausch der Schüler Statt- 
einergeits Sehr leichte Arbeiten, führt ander- | findet, wenn dadurch nur die Extemporalien 
Seits nicht einmal eine Scharfe Aufsicht, Son- | ein möglichst fehlerfreies Ausseben gewinnen, 
dern füllt die Zeit durch eine Arbeit aus, möchten wir zur Ehre der Lehrerwelt als uD- 
welcbe die Aufmerksamkeit von der Klasse wahrscheinlich bezeichnen.) Kommt dann die 
ablenkt, oder er wird durch die Mangelbaftig- Zeit der FPeststellung der Zeugnisprädikate, 
keit geiner Gehör- oder Gesichtswerkzeuge dann bat der milde Lehrer vor Seinem Süren- 
gehindert, alle Unterschleife zu bemerken. | geren Amtsgenossen einen gewaltigen Vor- 
Der Schüler beutet unterdessen die günstige | Sprung. Er istin der angenehmen Lage, Seinen 
Gelegenheit zu Seinem Vorteil weidlich aus. | Schülern gute Zeugnisse auszustellen, wodurch 

	        
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