M, S.
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wird ihm noh Mittel zuy Erlernitnq der
Theolvgie auf ver Univertität Halle verſchaf;
fen, und ev wird ſich, wie ich hoffe , durch
keine G ſen, nach dem vorgeſteckteit Ziel zu ſtreben.
Mit großem Vergnügen ſeße ich) bey
der Correctur. hinzu , daß ihm das kleine
SLebuſitde Stipendium *) auf 3 Jahre
verlichen worden.“
„Dies las der wohlthätige und metn-
ſchenſreundliche Fürſt und den Tag nach
der Prüfung überſandte er an den Hrn.
Ober-Conſiſt. Rath ein Schreiben mit
eiter Cinlage von 25 Dutcaten für die-
ſen liebenswürdigen Jüngling, und mit
der Berſicherung, demſelben in den bey-
den folgenden Jahren feiner akademi-
ſchen Laufbahn jährlich dieſelbe Sums-
me zu übermachen, = Heil und Segen
dem Fürſten, der mit ſeinen Gaben ſo
wuchert! und Muth dem Jünglinge,
der Talent und redliche Liebe zur Voll?
Fommenheit beſißt, wenn ihm das Glück
ſeine Gaben nicht blindlings zugewor-
fen hat, ſondern ſie ihn ſelbſt verdienen
laſſen will!
Ein würdiger Lehrer der Cöllniſchen
Schule**) trägt mir eben auf, Ihnen
*) Das kleine Lebuyſiſche Stipvendiutnt zum Untetſchiede des &pxoßen LP. St.
5 Rehle. für die arine Reetors - Witwe
mit 5 unerzognen Kindern, die Sie im
r9gten St, empfohlen haben, zu über?
machen, welche ich in Ihr Credit ***)
notire, Die Schüler haben dieſe klei?
ne Summe aus gutem Herzen zuſame
mengelegt: weil es ſie jammerte,daß die
Witwe eines ſo nüßlichen Mannes, als
ein guter Schullehrer iſt, Noth leiden
und ſeine Kinder nach Bred gehen ſoll?
ten. Auch die Dürftigſten- drängten
ſich mit einein Groſchen, over einer noch
geringern Gabe bey, und baten inſiän-
vigſt, daß ſie der dehrer für die arme
Familie annehmen möchte, Sie freu?
ten fich dabey, in einer Stadt gebohren
zu ſeyn, wo ſchon längſt auf die noth-
dürftigſte Berſorgung der Schullehrer
und ihrer Witwen iſt gedacht wor-
den *"**), und hofſten, daß es bald
überall in Deutſchland geſchehen würde,
da ſchon fo vieles große Herren von der
VWöichtigkeit des Srziehtungsgeſchäfts für
ihre Staaten überzeugt wären *****),
--- Zur Ermunterung der jungen Leute,
in jeder Wiſſenſchaft und Kunſt, die ei-
Tenes beträgt
29 Rthlr, 12 gl, , dieſes 70 Rihlr, 2< gl. Beyde werden vom lütheriſchen geiſtlichen Departement
vergeben,
"**) M. [ſ. 2. B. S. 387. dieſ. Ztg.
x) Die Buchhändler ſchreiben in ihr Conto- Büch oben den Nahmen und Wohnort dezieniget,
mit dem ſie in Handelscorreſpondenz ſehen, über bept e Seiten herüber, und auf die linke Seite,
Unter der Auſſchrift Deber, alle die Poſten, die ſie an den Correſpondenten zu fordern haben;
und auf die rechte Seite, unter der Rubik Credit, das was ex an ſe zu fordern hat. Beym Zu-
Fſammenrechnen jeder Seite, ſieht man denn gleich , wer dem andern baar hinaus zahlen muß,
und wie viel, wenn die Rechnung abgeſchloſſen werden ſol. |
FXXx**) Die Werſorgungsanſtalten für die Berliner Schul- Coliegen-Witwen ſind S. 44 und 45, dieſer
Zeitung dieſes Jahrgangs angezeigt.
FxxX*) Dor furzem fam der lutheriſche Schulmeiſter von Biltigheim in dey Unterpfalz zu Fuß nach
Regensburg und ſtellte der Reichstagsverſanmmlnyng feittie Noth vor, daß er nur 36 Gulden
Beſoldung habe, und nicht mehr als 4 Gulden an Schulgeld verdiene. = Eine Nachricht von
eben ſo exbörmlichen Schylbeſoldyngen 19 dey Stadt Krfurs ſteht im 3ten B, S,- 299, d, Ztg,

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