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genden Tag ſchrieb der edle Fürſt at.
die Witwe] mit Ausdrücken der wärm-
ſen, innigſten Theilnehmung, verſicherte
ihr einſtweilen eine Penſion von 1000
Rthlr. und verſprach ihr =- als Bater
für ihre ſieben Kinder zu ſorgen. Wie
grenzenlos mein Schmerz iſt, können
Sie lich leicht denken.
gute Stadt Erfurt] thut es mir ſehr
Leid, Er hatte vortheilhaſte "Begriffe
von Ihren Landsleuten, und gieng eben
damit unt,eineBerbeſſerung der dortigen
hohen Schule,und zu dieſem Zwecke eine
beträchtliche Geldunterſtüßung , deren
ſie ſo ſehr bedarf, bey Sr. Churfürſtl.
Gnaden zu bewirken, -=““ Doch laſſen
Sie uus nicht verzagen. Der große
Mann hat des guten Samens viel aus-
geſtreut, und früß oder ſpät wird er
gewiß aufgehen und Früchte tragen für
die Menſchheit. =- =“-
Aus Churſachſen, den 16. März.
Am 26. Febr, d. I, ſtarb zu Z.««
im Churſächſiſchen Stifte LIaum-
burt; und Zeitz, der Pachtinhaber des
daſigen Rathskellers Herr P. C. ein
Kaufmann von Como*) aus Italien
gebürtig, im 62ſten Jahre ſeines Al-
terss Ob er gleich katholiſch war,
wurde er doch, zur Ehre unſrer Zeit,
mit eben dem Ceremoniel wie andre
Einwohner , beerdiget. Man läutete
mit allen Glocken, auch ſang der Chor
wie gebräuchlich einige Lieder vor deſ“
ſen Behauſung, und darauf wurde er
Auch um. die
am erſten März des Nachts, wie es
daſelbſt gewöhnlich iſt, in der Stille
auf den Gottesacker nahe an det Kirche
begraben, und beyde Bürgermeiſter,
der Stadtrichter , Syndicus, 1. a. m.
"begleiteten ihn zu ſeiner Nuheſtätte.
Aber der Mann verdiente eine ſolche
Ehre, wenn er auch ein Mußamedaner
geweſen wäre, Ein Mann von Stande
borgte einſtmals 80 Thlr, von ihm, und
ſtarb, ehe er es bezahlte, Die wür-
dige Witwe gehet nach ihres Mannes
Tode zu dem Jtaliener und verlangt
den ausgeſtellten Schein zurück; weil
ſie die Schuld bezahlen wil, Ul-
lein dev biedere Katholik wußte, daß
ſie dieſe Summe nothwendiger brauch-
te, als er: weil ſie noch 6 unerzogte
Kinder hatte, Er nahmalſo den Schein
und gab ſolchen der Witwe, nachdem
er folgendes auf Italieniſch darunter
geſchrieben hatte: ,, "Iſt geſtorben, iſt
begraben, bat bezablr.“ Sie wollte
ihm dafür danken ; aber er antwortete:
„Keinen Dank, ich habe gethan, was
ich zu thun ſchuldig bin.“ Solcher
edlen Züge von ſeiner Denkungsart
fönnte ich Ihnen noch mehr ſagen.
Doh, denke ich, dieſes iſt ſchon genig,
um Ihre Leſer zu waruen, daß ſie nicht,
wie es jekt Mode iſt, wenn man über
den Nationalcharakter der Italiener -
urtheilt, alle ohne Ausnahme als eigen-
nüßig verſchreyen. Im Kirchenſtaate
mag wohl die Noth das Bolk habſüch-
tig machen.
*) Eitte alte große Stadt an einem Apm des von ihr benannten Sexs im öſireichiſchen Hexzogthum
- Meile H

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