Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 14.1909 (14)

 
 
 
 
 
 
 
 
A. Abhandlungen, 
FEN 
1. Flegeljahre und Pubertätszeit als Ursachen der 
Kriminalität Jugendlicher. 
Beobachtungen und Erfahrungen aus der Praxis. 
Von 
K. Kruppa, Lehrer an der Kgl. Landesstrafanstalt Bautzen. 
(Schluß.) 
Aus dem bisher Gegagten geht hervor, daß die körperliche Ent- 
wicklung der aus der Volksschule entlassenen jungen Burgechen Sehr 
wohl mit zur Urgache einer strafbaren Handlung werden kann. In die 
Zeit bis zum 18. Lebengjahre, bis zu dem bekanntlich die Strafgrenze 
Jugendlicher reicht, fällt aber nicht nur die Zeit der Flegeljahre, Sondern 
auch die Zeit der beginnenden Geschlechtsreife, einer Erschemung, 
der vielleicht in noch größerem Maße als den Äußerungen der Flegel- 
zeit die Schuld zur Kinlieferung ins Gefängnis gegeben werden muß. 
Beide zugammen genommen aber g8ind Sicher Sehr oft die einzigen 
Ürgachen der Kriminalität Jugendlicher. Daraus geht aber auch zu- 
gleich die tröstliche Ausgicht hervor, daß nach glücklicher Über- 
windung dieser gefährlichen Entwicklungsperiode manche der Jungen 
Leute doch noch brauchbare Menschen werden können, natürlich ab- 
gegehen von denen, die Schon in jungen Jahren den Späteren Ge- 
wohnheitsverbrecher oder den verbummelten Menschen erkennen Jassen. 
Bei manchen schon oben genannten Vergehen ist es zweifelhaft, ob 
daran die Äußerungen der Flegelzeit oder die der. Pubertät die Schuld 
tragen, wie ja auch eine eigentliche Grenze zwiSchen Flegel- 
jahren und Pubertät unmöglich festgesetzt werden kann. Die Äuße- 
Zeitschrift für Kinderforacehung. XIV. Jahrgang. 15
	        
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