Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 26.1921 (26)

3. Vertreterversammlung der vereinigten deutschen PrüfungsausschüSse- 45 
 
Alle angeführten Dinge Sind zusammen bequem in einem (Geschäfts- 
umschlag untergebracht, 80 daß man 8ie gut in einer Tasche bei Sich 
tragen und gich und den Kindern viele Freude damit machen Kann, ohne 
umständliche Apparate bei einer Untersuchung zu benötigen. Brprobte 
praktische Ratschläge Sind im Arbeitsplan gegeben. Die Prüfungsmittel 
Sind wertvoll und es wäre zu wünschen, wenn sie Iin allen Instituten 
zur praktischen Einführung kämen. 
Jena, . H. Stahn. 
3. Bericht über die Vertreterversammlung der 
vereinigten deutschen PrüfungsausSchüsse für Jugend- 
Schriften. 
Am 1. und 2. Oktober fand in Jena eine Tagung der vereinigten 
deutschen Prüfungsansschüsse für Jugendschriften statt, zu der 27 Aus- 
gchüsse aus allen Teilen des Reichs ibre Vertreter entsandt hatten. Die 
Vertretervergammlung hatte besonders die Aufgabe, das infolge der Wirren 
des Kriegs und der Revolution etwas gelockerte Zusammenwirken der 
AusSchüsse von neuem anzubahnen nnd die bisherigen Richtlinien ihrer 
gemeingamen Arbeit am Maßstabe der »neuen Zeit« auf ihre weitere 
Geltung hin zu prüfen. Und daher stand im Vordargrunde der Be- 
ratungen die Brörterung des Themas: »Die neue Zeit nn1 die Jugend- 
gehriftenfrage«, die nach einem tiefgründigen, zum Teil anf geschichts- 
philogophiSchen Erwägungen faßenden Vortrage von W. Fronemann- 
Frankfurt a, M. zur einstimmigen Annahme der folgenden Leitgätze führte: 
1. Die Arbeit der JugendsSchriften - Ausgchügsge hat sgich den ver- 
änderten politigchen und Sozialen Verhältnisgen anzupassen, ihre 
grundsätzlichen Forderungen werden dadurch nicht berührt, 
2. Die Jugendsechrift in dicehterischer Form gei ein Kunstwerk. Das 
belehrende Jugendbuch goll aus wisgengehaftlichem Geist heraus 
geboren und von lauterer belehrender Abgicht beherrscht gein. 
3. Wir erstreben die Förderung der literarischen Kultur der Jugend 
aller Sozialen Schichten, denn der neue Volksstaat braucht neben 
der Sozialen notwendig die kulturelle Kinheit ungeres Volkes. 
4. Wir fordern eine großzügige Literatur- und Kunstpflege, wozu 
Staatliche Mittel bereit zu stellen gind. | 
5. Wir verlangen eine allgemeine Regelung der Schülerbüchereifrage. 
Die Reinigung der Schülerbüchereien hat vach literarisch-Ppäda- 
gogigchen Gegsichtspunkten, nicht nach Parteigrundsätzen und Welt- 
angehauangen zu erfolgen. Tendenzschriften werden bei der Sichtung 
abgelehnt. Dichtungen, die bei voller Wahrung künstlerischen Ge- 
Staltens zugleich eine religiö8e, Sittliche oder politigche Wirkung 
augüben,. Sind beizubehalten. Der vaterländigsche Gedauke in der 
Jugendgehrift bedeutet innere Gebundenheit an Land und Volk. Der 
literarische Unterricht gründet Sich anf eine gut eingerichtete Schüler- 
bücherei und auf das eigene Buch des Kindes. Die Schülerbücherei 
iSt dem Unterrichtsganzen einzugliedern.
	        
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