Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

100 Zam 70. Geburtstag von Prof. Dr. KBrnst von Dürmg, 
auch im Kampfe gegen die Schäden der Progtitution verwerten 
konnte. Als ihm dann 1916 im 58. Lebensjahre die Leitung der 
„Arbeitslehrkolonie und Beobachtungsanstalt Steinmühle“ bei Frank- 
furt am Main übertragen wurde, fühlte er ganz die Folgerichtigkeit 
Seines Scheinbar verschlungenen Weges; es begannen geit der Türkei 
Seine „glücklichsten“ und fruchtbarsten Jahre. Und obwohl Ende 
1922 die auf Privathilfe gegründete Wohlfahrtsarbeit durch die 
Ungunst der Inflationszeit eingestellt werden mußte, war Qdieger 
Lebensabschnitt unverloren, konnte er Seine Erlebnisse und Eryr- 
fahrungen durch den „Lehrauftrag der Philogophischen Fakultät“ 
der Univergität Frankfurt theoretigch ausbauen und nutzbar 
machen. Seine „Grundlagen und Grundgätze der Heilpädagogik“ 
(1925, im Rotapfelverlag), die „Jugendfürsorge“ (1927, Hirth, 
Breglau), die umfassenden Beiträge über das „Geschlechtsleben des 
Menschen“ und über „jugendliche Progtituierte“ (im Handbuch 
über „Die Erziehung und die Sexuelle Frage“ von BE. Stern, 1927, 
Union-Verlag) legen neben manchen anderen Arbeiten Zeugnis ab 
von der eindringlichen Erfassung der großen Zusgammenhänge, die 
das neue Grenzgebiet der „vSchwererziehbarkeit“ eröffnet. 
„Die wirkende Pergönlichkeit“ -- S0 hat v. Düring Selbst in 
der „Heilpädagogik“ es ausgesprochen -- „kann immer nur die 
Sein, in der die unausgegetzt stille Arbeit an der Entwicklung der 
eigenen Pergönlichkeit, das Sehnen und Streben nach der Persön- 
lichkeit lebendig ist.“ Er hat gein eigenes Wesen damit gekenn- 
zeichnet. Möge ihm, der von Immer neuen Plänen erfüllt, rastlos 
weiter arbeitet, die Freudigkeit des Schaffens und Wirkens lange 
beschieden, möge Sein eindrucks- und arbeitsreiches Leben weiter 
gesegnet Sein. Die Schriftleitung.
	        

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