Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Gegechwisterschaft, Schultüchtigkeit und Charakter. 11 
a) Fleiß. b) Neigung der Kinder znm Schwatzen während des 
Unterrichts. Besonders unruhige, „zappelige“ Kinder Sollten dem- 
gemäß charakterisiert werden (4 == 8Schwatzbaft, --- = nicht 
Schwatzhait, Z = 6) Soweit als möglich Sollte mit- 
geteilt werden, welche Kinder in folgenden Hingichten auffielen: 
Geselligkeit, Kinspännerart, Anstelligkeit, Ungeschicklichkeit, Auf- 
geschlossgenheit (Offenheit), VerschlosSenheit, Lenkbarkeit, Be- 
einflußbarkeit bezw. das Gegenteil. Endlich Sollten die Kinder be- 
zeichnet werden, die als begonders „heiter“ bezw. begonders „Ze- 
drückt“ (deprimiert) und als besonders „langsam“ bezw. „Schnell“ 
auffielen. 
Diese Charakteristiken der Schüler von Lehrerhand, mit 
rühmenswerter GewissSenhaftigkeit von den beteiligten Lehrkräften 
vollzogen, konnten in mehreren Punkten ausgewertet werden und 
lieferten wertvolle Bestätigungen und Ergänzungen des aus den 
Niederschriften usw. unmittelbar ErschlossSenen. 
2. wehr dankenswerterweise stellte mir der Rektor der 
Knabenmittelschule auf meinen Wunsch die von den Klassenlehrern 
geführten Personalbogen der Schüler zur Verfügung, aus denen 
die Zeugniszensuren geit KLintritt des Schülers in die Mittelschule, 
wichtige Befunde des Schularztes, Besonderheiten der Führung, 
dies Charakters, der Begabung zu ergehen waren. 
Gewiß genügen Häufigkeitswerte, die auf Verhältnisse von 
400 Kindern gegründet Sind, in keinem Falle, allgemeingültige 
Sehlüsse zu ziehen. Unbedingt bedarf daher die vorliegende Unter- 
Suchung der Ergänzung durch analoge Erhebungen an andern Be- 
völkerungskreisen. Aber zunächst kommt es darauf an, den Pro- 
blemen überhaupt einmal näher zu rücken. Wir werden gehen, daß 
auch unser beschränktes Material eine Reihe ganz bestimmter 
Fragen stellen und zum Teil überraschende Antworten geben 
läßt. * Vor allem zeigt die eindringende Untersuchung eines be- 
Schränkten Materials viel anschaulicher als die oberflächliche Ver- 
arbeitung eines masSenhafteren neue Forschungsmöglichkeiten. 
Untersuchungen auf breiterer Bagis und mit verbessgerten Methoden 
SINnd im Gange. Soweit bislang ersichtlich, bestätigen gie die Er- 
 
 
 
1 Von großem Nutzen ist bei im Gegamtumfang beschränktem Ma- 
terial die Methode der „Fraktionierung“, d. h. der Zerlegung des Materials 
in mehrere Teile und Anwendung der vergleichenden Methodik auf jeden 
Teil besönders. So vergleichen wir getrennt Knaben und Mädchen, gelegent- 
lich auch ändere Gruppen. Die Übereinstimmung der gefundenen Regel- 
mäßigkeiten gibt diesen einen höheren Wahrscheinlichkeitsgrad der Geltung.
	        

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