Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

(jeschwisterschaft, Schultüchtigkeit und Charakter. 13 
hinzu, 80 überwiegt das männliche Geschlecht fast im Verhältnis 
100 : 150. 
2. Die höhere, anlagemäßig bedingte Sterblichkeit der Knaben, 
begonders im BSäuglinggalter. Die Säuglingssterblichkeit der 
Mädchen verhält Sich zu der der Knaben in Deutschland wie 
100 : 119. | 
3. Der Wunsgch vieler Kltern, mindestens einen Sohn zu haben. 
Es ist anzunehmen, daß Sich viele Eltern ein zweites Kind „Sge- 
Statten“, weil das erste eine Tochter ist, entsprechend mitunter 
ein drittes Kind, wenn die ersten beiden Töchter Sind. Die Ver- 
hütung der Konzeption bezw. die Unterbrechung von Schwanger- 
Schaften, wie Sie heute in allen Kreisen der Bevölkerung geübt 
werden, wirken zweifellos in dieser Richtung in die Häufigkeiten 
von Kn- und Md-Geburten hinein. -- 
Tatsächlich ergaben Sich folgende Häufigkeiten: 
1. Die 141 eingeschwigtrigen Kinder haben in 
46,8 */» ein gleichgeschlechtliches, in 
53,2 */, ein andersgeschlechtliches Gegchwister. 
Möglicherweise. überwiegen die Pärchen (wenn auch nur um 
6,4 */,), weil es vorkommt, daß Eltern, die zwei gleichgeschlechtliche 
Kinder haben, Sich in der Hoffnung auf ein andersgeschlechtliches 
Kind noch ein drittes Kind gestatten. 
Auf die 3 möglichen Fälle verteilen Sich die Kinder folgender- 
maßen: 
2 Kn 1 Kn 1 Md 2 Nd 
befragte Schüler: 48 D2 --"% 
» Bchülermnen: -- 53 47 „ 
2. Die 88 zweigeschwistrigen Kinder verteilen 
Sich auf die vier möglichen Fälle folgendermaßen: 
| 3Kn 2Kn1MI 1Kn2Mi 3MdöG 
befragte Schüler: 9 59 32 --"6 
» Schülerinnen: -- 21 63 16, 
- Diese Werte entsprechen den Wahrscheinlichkeiten (*!;, */s, 
8]; *]s) mit der Abweichung, daß Mädchen überall zu oft auftreten. --- 
Die übrigen Abweichungen erklären gich aus der Tatgache, daß in 
Familien befragter Schüler Selbstverständlich mindestens ein Sohn, 
in Familien befragter Schülerinnen eine Tochter vorhanden 
Sein muß.
	        

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